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London 2012

Tennis

Federer steht vor weiterem Meilenstein

Silvio Kern, London
Sonntag, 5. August 2012, 7:45 Uhr

Roger Federer hat heute Sonntag die Chance, der Schweiz in London die 2. Goldmedaille zu bescheren und sich selbst einen Bubentraum zu erfüllen. Im Final wartet mit dem Schotten Andy Murray aber ausgerechnet der Lokalmatador auf die Weltnummer 1.

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Federer hat als Einzelspieler im Tennis fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Mit Ausnahme des «Grand Slam» (alle Grand-Slam-Turniere im gleichen Kalenderjahr) und der Olympia-Goldmedaille im Einzelwettbewerb. «Ich will nicht sagen, es sei jetzt mehr Druck da, eigentlich ist er geringer, denn eine Medaille habe ich auf sicher», blickte der 30-jährige Baselbieter nach dem dramatischen Halbfinalspiel gegen Juan Martin Del Potro auf das Endspiel voraus.

Déjà-vu in Wimbledon

Es wird ein Final mit Déjà-vu-Charakter. Vor etwas mehr als einem Monat standen sich Federer und Murray an exakt derselben Stelle ebenfalls im Endspiel gegenüber. Damals sicherte sich der Schweizer in 4 Sätzen den 7. Titel in Wimbledon und seinen 17. Grand-Slam-Erfolg insgesamt.

Federer winkt nun sogar die Chance den «Karriere-Golden Slam» (Gewinn aller 4 Grand-Slam-Turniere plus Olympia-Gold) zu vollenden. Er wäre nach Steffi Graf, der das Kunststück 1988 in einem Kalenderjahr gelungen war, deren Ehemann Andre Agassi und Rafael Nadal der vierte Spieler, der diese historische Leistung vollbringt.

Immenser Druck

Es wird aber sicher kein einfaches Spiel für Federer. Murray, der nach wie vor auf seinen 1. Grand-Slam-Titel wartet, würde sich nach der verpassten Chance am Heimturnier liebend gern mit der Olympia-Goldmedaille auf britischem Boden trösten. «Er ist ein Super-Spieler, vor allem auf Rasen», weiss Federer. «Er hat Heimvorteil und die Briten werden sehr laut werden. Das wird es sicher um einiges schwerer machen, ihn zu schlagen.»

Doch gerade dieser Heimvorteil kann sich für Murray auch negativ auswirken. Der Schotte ist die grosse Tennishoffnung auf der Insel. Seine Nerven hielten in der Vergangenheit diesem Druck, gerade bei wichtigen Spielen, aber oft nicht stand.

Wessen Traum platzt?

Ein Blick auf das Head-to-Head zwischen der Weltnummer 1 Federer und der Weltnummer 4 Murray verspricht viel Spannung. Da steht es derzeit 8:8. Emotional wird der Final auf jeden Fall. Es werden aber auch Tränen fliessen. Einer der beiden Kontrahenten wird am Ende weiter eine Lücke im Palmares zu schliessen haben.

Olympia-Final live um 15.00 Uhr

Heute Sonntag ab 15.00 Uhr zeigen wir Ihnen den Olympia-Final live auf «SF zwei» und im London Player.