London 2012
Seitenblick auf London
3000 Velokilometer für einen guten Zweck
Drei junge Engländer hatten die Idee, per Fahrrad die rund 3000 km von Athen aus an die Olympischen Spiele in London zu radeln und dabei Geld für gute Zwecke zu sammeln. Nach einem entbehrungsreichen Monat kamen sie am Donnerstag in London an.
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Oft ist es der Zufall, der einem die schönen olympischen Randgeschichten beschert. Gestern machte der Chauffeur des Medienbusses einen unplanmässigen Stopp beim Big Ben. Und beim Aussteigen traf ich auf drei junge Engländer, die just in diesen Minuten von einer ganz speziellen Reise in die Heimat zurückgekehrt waren.
3000 km unterwegs
28 Tage lang waren Mike Deeks (18), Matthew Landells (19) und Clym Buxton (19) per Fahrrad von Athen nach London unterwegs gewesen und hatten pro Tag im Schnitt über 100 km zurück gelegt. Als sie am Donnerstag aus einer Fähre wieder auf englischen Boden rollten, war grosse Konzentration gefragt.
«Erstmals überhaupt hatten wir Linksverkehr auf unserer Reise. Da mussten wir uns nochmals ganz schön konzentrieren», meinte Landells. Begrüsst wurden die drei unbekannten olympischen Velohelden im Herzen Londons von ihren engsten Familienangehörigen, einem TV-Team und einigen Fotografen. Und als Feiergetränk liessen sie sich zuerst einmal ein richtiges englisches Bier bringen.
Pro Land ein Bier...
«Wir sind letztes Jahr zusammen schon an die Tour de France gefahren», erklärte Deeks, «aber das war ja nicht so weit. Und so kam diese neue Idee auf.» Bevor es in Athen losging, besuchten sie dort die historischen Olympischen Stätten, später auch Grenoble (Winterspiele 1968). Mit Sack und Pack ging es dann los: Kleider, Zelt, das Nötigste - alles dabei in den Satteltaschen. «Wir haben unglaublich viel Hilfe bekommen unterwegs: Unterkunft, ein Bett, zu essen, zu trinken», freute sich Buxton. Auch Bier? – «Ja, aber wir haben in jedem Land nur eines getrunken...»
Ihr schlimmstes Erlebnis hatten sie in der Nähe von Paris, als sie in ein fürchterliches Unwetter gerieten. «Wir hatten keinen Schutz, keinen Platz zum schlafen. Am Ende übernachteten wir in einem Bahnhof am Boden.»
Strampeln, um leidenden Menschen zu helfen
Die Drei haben ihre Reise mit uneigennützigen Spendenaktionen gekoppelt. «Wir sammeln Geld für Hilfsorganisationen, die hospitalisierten Kindern helfen und für Menschen, die an M.E (Myalgic Encephalomyelitis) leiden», erklärt Buxton. M.E. ist ein chronisches Erschöpfungssyndrom, das zu Behinderung führen kann und an dem in Grossbritannien 250’000 Menschen leiden sollen. «Ich mache da auch aus persönlicher Betroffenheit heraus mit, weil ich in meiner Familie selber mit so einem Fall konfrontiert bin.»
Und jetzt können sie auch tatsächlich die olympischen Spiele geniessen, denn sie haben einige Tickets erstehen können. Das Trio ist definitiv ein Gewinner dieser Olympischen Spiele - in eigener und in karitativer Hinsicht.


