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London 2012

Tennis

Federer steht im Final und greift nach Gold

Freitag, 3. August 2012, 17:52 Uhr, Aktualisiert 21:37 Uhr

Roger Federers Traum von Einzel-Gold geht in London weiter. Der Schweizer setzte sich in einem dramatischen Halbfinal gegen einen starken Juan Martin Del Potro 3:6, 7:6 (7:5), 19:17 durch und sicherte der Schweizer Delegation am 7. Olympia-Tag die 1. Medaille. Finalgegner ist Andy Murray.

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London 2012: Tennis, Roger Federer - Juan Martin Del Potro («sportlive»)

Ob es Gold oder «nur» Silber wird, entscheidet sich im Endspiel am Sonntag um 15 Uhr. Finalgegner Andy Murray (Gb), der in seinem Halbfinal die Weltnummer 2 auf beeindruckende Art und Weise ausschaltete, unterlag Federer vor wenigen Wochen an gleicher Stelle im «regulären» Wimbledon Final in vier Sätzen.

Ins Tiebreak gerettet 

Federers Sieg war ein hartes Stück Arbeit und hing zeitweise an einem seidenen Faden. Del Potro, der kaum Fehler beging und konstant am oberen Limit spielte, kam im 2. Satz beim Stand von 4:4 zu einem Breakball. Der «Turm aus Tandil» konnte diesen «kleinen Matchball» aber nicht nutzen. Der Schweizer rettete sich ins Tiebreak und ging dort sofort 4:1 in Führung. Diese Reserve genügte dem 7-fachen Wimbledon-Champion, um die Kurzentscheidung zu gewinnen.

Zweites Break genügte

Im Entscheidungssatz, der bei Olympia ausgespielt wird, hielten beide Spieler lange ihren Aufschlag. Erst im 19. Game gelang Federer das Break zum 10:9. Del Potro zeigte sich aber unbeeindruckt und nahm dem Baselbieter das nächste Servicegame gleich zu Null ab.

Federer bewies aber einmal mehr, dass er nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen ist. Der bald 31-Jährige blieb konzentriert und breakte den Südamerikaner zum 18:17 abermals. Und dieses Mal – nach 4 Stunden und 26 Minuten Spielzeit - machte er den Sack mit dem 2. Matchball zu.

London 2012: Tennis, Federer-Interview nach dem Spiel

Physisch und mental erschöpft

Nach dem Match stellten sich beide Akteure den Fragen der Interviewer. Federer bezeichnete die Partie als «vor allem mental sehr, sehr hart». Eher ungewollt erwähnte er die Farbe des im Final erwünschten Edelmetalls, als er meinte: «Ein Tag Pause ist jetzt sicher Gold wert». Del Potro hielt sich kurz: «Es ist zu früh, um zu sprechen, ich möchte mich einfach so schnell wie möglich erholen.»

London 2012: Tennis, Del Potro im Interview nach dem Spiel

Partie für die Geschichtsbücher

Die hochklassige Begegnung, die eigentlich keinen Verlierer verdient hatte, wird als längstes Männer-Match im Best-of-3-Format in die Geschichte eingehen. Federer, der nach dem verwandelten Matchball sein Glück kaum fassen konnte, bekommt damit am Sonntag die Chance, nach Gold 2008 im Doppel seine Karriere mit Einzel-Olympia-Gold endgültig zu krönen.

(rek)