London 2012
Zwischenbilanz
Bisher kein Schweizer Feuerwerk in London
Seit 6 Tagen brennt das Olympische Feuer im Londoner Olympia-Park. Doch für die Schweiz gab es bislang nichts zu feiern. Auch am Nationalfeiertag blieb der Exploit aus. Anstatt glitzernde Medaillen gab es bisher ein eher mattes Diplom für Swiss Olympic.
Mit 5 Medaillenhoffnungen im Einsatz versprach der 1. August aus Schweizer Sicht ein sportliches Feuerwerk zu werden. Doch die Trümpfe stachen nicht. Bescheidener Lohn ist das Diplom durch Zeitfahrer Fabian Cancellara. Seine lädierte Schulter liess nicht mehr als Rang 7 zu. Die Schweiz steht damit weiter ohne Medaille da.
Fataler Sturz und seine Konsequenzen
«Ich habe alles gegeben und bin deshalb zufrieden», sagte der entthronte Titelverteidiger nach dem Rennen. Dennoch fällt die Bilanz der Schweizer Radfahrer enttäuschend aus. Das Team durfte mit 2 Medaillen rechnen, bleibt am Ende mit dem Diplom aber hinter den hohen Erwartungen zurück. Der fatale Sturz Cancellaras im Strassenrennen vom Samstag durchkreuzte die Pläne der Schweizer schon früh. «Da haben wir die Medaille auf dem goldenen Tablett serviert bekommen und die Chance vergeben», resümierte der Berner. Das Missgeschick beraubte Cancellara schliesslich auch seiner Chancen im Zeitfahren.
Fechter zahlen bitteres Lehrgeld
Hohe Ziele hatten sich auch die Degenfechter Fabian Kauter und Max Heinzer bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme gesteckt. Kauter hatte sich noch vor den Spielen die Weltnummer 2 gesichert, um als gesetzter Fechter in der 1. Runde ein Freilos zu bekommen. Doch der Berner verpokerte sich. Gegen den äusserst defensiv agierenden Franzosen Yannick Borel wirkte er gehemmt und konzeptlos und konnte die frühe Niederlage nicht abwenden.
Die Weltnummer 5 Heinzer gewann sein 1. Gefecht zwar souverän, kam im 2. Duell des Tages aber nicht mehr auf sein gewohntes Rendement. Auch Judoka Juliane Robra und Kajak-Fahrer Mike Kurt, der mit einem Paddelbruch viel Pech zu beklagen hatte, konnten die triste Bilanz am Nationalfeiertag nicht aufbessern und schieden früh aus
Gilli sieht weiteres Potenzial
Für den «Chef de Mission» von Swiss Olympic, Gian Gilli, ist es aber nicht der Zeitpunkt, um Trübsal zu blasen. «Klar war der 1. August nicht gut. Aber es reisen weitere Sportler an und die haben noch eine Chance.»
Federer als Motivator
Für die positiven Momente in der Anfangsphase von Olympia war Roger Federer verantwortlich. Die Nummer 1 des Welttennis steht in Wimbledon im Viertelfinal und ist im Einzel auf Medaillenkurs. Die Titelverteidigung im Doppel an der Seite von Stanislas Wawrinka wurde vom israelischen Doppel Andy Ram und Jonathan Erlich jäh gestoppt.
Dennoch könnte eine mögliche Medaille Federers im Einzel am Wochenende noch zum richtigen Zeitpunkt kommen, um eine erfolgreichere 2. Olympia-Hälfte für die Schweiz einzuleiten.


