Inhalt

London 2012

Rudern

Vonarburg und die neue Generation

Freitag, 27. Juli 2012, 16:37 Uhr

2008 in Peking hat André Vonarburg als einziger Ruderer die Schweiz vertreten. An den Olympischen Spielen in London ist der Schweizerische Ruderverband immerhin wieder mit zwei Grossbooten am Start. Doch die Medaillenränge bleiben wohl ein Wunschtraum.

Bild

Das neue Flaggschiff ist der Leichtgewichts-Vierer mit Mario Gyr, Simon Niepmann, Lucas Tramèr und Simon Schürch. Das Quartett strebt bei seinem Olympia-Debüt zumindest den A-Final der besten Sechs an. Die Medaillenträume erhielten aber durch die Verletzung von Tramèr einen Dämpfer. Der Medizinstudent musste sich im Mai wegen Sehnenentzündungen an beiden Handgelenken operieren lassen und hat seit der WM 2011 keinen Wettkampf mehr bestritten.

Erst seit der letzten Juni-Woche sitzt Tramèr wieder anstelle von Ersatzmann Valentin Gmelin im Boot. Der Rückkehrer hat sein hohes physisches Niveau dank Alternativtraining halten können und schaffte die Reintegration problemlos. In der Olympia-Besetzung hat der Leichtgewichts-Vierer im Weltcup schon mehrere 4. Plätze erreicht, der Angriff aufs Podest zielte nach dem temporären Ausfall von Tramèr ins Leere.

Podest wäre eine Sensation

Sollte sich das ausgerechnet auf dem Dorney Lake in Eton ausserhalb Londons ändern, wäre das als kleine Sensation zu werten. Die Leistungsdichte ist so enorm, dass nur schon die A-Final-Teilnahme alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist. Immerhin kann das Team von sich behaupten, 2011 bis auf Weltmeister Australien alle Gegner mindestens einmal geschlagen zu haben.

Doppelvierer mit Umstellungen

Etwas weniger gut stehen die Chancen auf ein Spitzenresultat für den Doppelvierer. Ein Diplomrang (Top 8) ist angesichts der Klassierungen in den drei Weltcup-Regatten (8. in Belgrad, 10. in Luzern, 9. in München) eine realistische Zielsetzung. Die Trainer Markus Gier und Michael Erdlen haben nach der Enttäuschung auf dem Rotsee an der Sitzordnung herumgepröbelt.

An Olympia wird weder Routinier André Vonarburg noch Nico Stahlberg als Schlagmann und damit Taktgeber fungieren. Vonarburg, der bereits zum 4. Mal an Olympischen Spielen teilnimmt, hatte seinen Platz für den Weltcup-Auftritt in München an Stahlberg abgetreten. In Eton aber wird Augustin Maillefer die Schlüsselposition einnehmen.

Maillefer auf dem Weg nach oben

Der erst 19-jährige Waadtländer hat einen rasanten Aufstieg hinter sich. Erst auf diese Saison hin rückte er für seinen rekonvaleszenten Bruder Jérémy Maillefer (23) nach, nun gehört er bereits zum Stamm. Überhaupt hat die junge Generation um Stahlberg und die Maillefers gegenüber der älteren, also Vonarburg und Florian Stofer, mächtig aufgeholt.

(si/sas)