London 2012
Die London-Superstars
Wer wird der Superstar der Spiele in London?
Sprinter Usain Bolt und Schwimmer Michael Phelps waren die unbestrittenen Olympia-Stars 2008 in Peking. Beide können auch den Spielen in London ihren Stempel aufdrücken. Das Potenzial zum Superstar haben in der englischen Metropole aber auch andere.
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Mit seinen unübertroffenen 8 Goldmedaillen konnte Michael Phelps vor 4 Jahren in China niemand das Wasser reichen. Der Schwimmer aus Baltimore schraubte sein Total an Olympia-Titeln auf 14, ein Rekord. Noch fehlen dem Amerikaner 2 Medaillen, um mit 18 Mal Edelmetall an Sommerspielen zur heute 78-jährigen russischen Turnerin Larissa Latynina aufzuschliessen.
Lochte will Phelps beerben
8 Mal Gold wird für Phelps in London nicht drin liegen. Denn erstens startet der 27-Jährige nicht über die 200 m Freistil. Und zweitens wird ihm die Konkurrenz das Leben schwerer machen als in Peking. Die grösste Gefahr droht aus dem eigenen Lager. Der zwölffache Weltmeister Ryan Lochte stahl Phelps bereits vor einem Jahr an der WM in Schanghai mit 5 Titeln die Show. Er hat das Zeug dazu, Phelps erneut in den Schatten zu stellen und seinerseits für die grössten Olympia-Schlagzeilen zu sorgen.
Wie viele Medaillen holt Franklin?
Ein dritter potenzieller London-Superstar trägt seine Wettkämpfe ebenfalls im modernen Aquatics Centre aus und kommt aus den USA. Die erst 17-jährige Missy Franklin wird schon mit Phelps verglichen, in Schanghai holte sie 2011 drei WM-Titel. In London geht sie 7 Mal an den Start und sagt: «Druck hatte ich bei den US-Trials. Jetzt bin ich bei Olympia und werde nur noch Spass haben.»
Sprint-Duelle Bolt - Blake
In Peking gewann Usain Bolt im Gegensatz zu Phelps zwar «nur» 3 Goldmedaillen. Dennoch war der jamaikanische Sprinter schon damals der schillerndere Star mit dem grösseren Glamour-Faktor. Schliesslich lief er im bedeutestenden aller Olympia-Wettkämpfe, dem 100-m-Lauf, die gesamte Konkurrenz in Grund und Boden.
Bolt wird an der Themse wohl erneut über beide Sprint-Strecken sowie in der 4x100-m-Staffel an den Start gehen. Bei seinen Einzel-Rennen dürfte ihm das Leben aus den eigenen Reihen schwer gemacht werden. Yohan Blake, der Bolt an den jamaikanischen Trials 2 Mal besiegte, hat in dieser Saison bewiesen, dass er ein grosser Champion werden kann. Dafür droht in der Staffel kaum Konkurrenz. Das Potenzial der Jamaikaner ist derart gross, dass sie sich eigentlich nur selber schlagen können.
Hoy, Cavendish, Wiggins: die britischen Trümpfe
Geht es nach den Briten, kommt der Superstar «ihrer Spiele» natürlich aus der Heimat. Die grössten Hoffnungen ruhen diesbezüglich auf den Radfahrern. Bahnfahrer Chris Hoy, in Peking dreifacher Champion, will seinen 5 Olympia-Medaillen weiteres Edelmetall hinzufügen. Sprinter Mark Cavendish zielt auf den Sieg im Strassenrennen, Tour-de-France-Gewinner Bradley Wiggins will im Zeitfahren Nachfolger von Fabian Cancellara werden.
Oder schreibt Federer Geschichte?
Bleibt noch der Maestro. Roger Federer ist bereits der Superstar seiner Zunft. Olympiasieger ist er auch schon - allerdings «nur» im Doppel. Gewinnt er 4 Wochen nach dem Wimbledon-Final an gleicher Stätte auch den Olympia-Einzeltitel, würde er eine der letzten Lücken in seinem einzigartigen Palmarès schliessen. Daneben winkt die Verteidigung der Doppel-Goldmedaille mit Kumpel Stanislas Wawrinka. Chancen genug für den Schweizer, ein weiteres Kapitel Sportgeschichte zu schreiben.
(rek)


