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Niggli: «Schade, ist OL nicht olympisch»
Einmal mehr hat Simone Niggli einer OL-WM den Stempel aufgedrückt. Die 34-Jährige gewann in Lausanne 3 von 4 möglichen Goldmedaillen. Mittlerweile ist sie 20-fache Weltmeisterin. Die erfolgreiche Bewältigung der Doppelrolle Spitzensportlerin/Mutter scheint ihre grösste Herausforderung zu sein.
Wut, Enttäuschung, Tränen - als Simone Niggli letzte Woche beim 2. WM-Einsatz über die Mitteldistanz nach einem groben Fehler nur auf den 5. Schlussrang kam, schien in ihr eine kleine Welt zusammen zu brechen. Doch die Bernerin verkraftete den Ausrutscher und meldete sich eindrücklich zurück: Nach dem bereits gewonnenen Gold im Sprint triumphierte sie auch über die Langdistanz und mit der Staffel.
«Der Fehler über die Mitteldistanz hat gezeigt, dass es nicht einfach ist. Auch für eine wie mich nicht, die schon vieles gewonnen hat», blickt Niggli zurück. «Es muss immer alles zusammen passen.» Das tat es bei Niggli schon vielfach: Seit 2001 heimste sie nicht weniger als 20 WM-Goldmedaillen ein.
Staffel-Gold als Besonderheit
2 Mal gelang Niggli bislang der totale Triumph mit 4 Titeln an einer WM: Erstmals 2003 in Rapperswil, wo ihr Stern am OL-Himmel so richtig aufging, zum 2. Mal 2005. «Die Erinnerung an 2003 ist speziell und wohl eine der schönsten», meint Niggli. Aber auch das Staffel-Gold am Samstag in Lausanne bedeutet ihr viel: «Wir hatten immer wieder Pech in der Staffel. Für mich als Einzelsportlerin ist es etwas ganz Besonderes, mit dem Team einen Titel zu gewinnen.»
Ungeklärte Zukunft
Auch zu Hause in Münsingen ist sie im Team unterwegs. Ihr Mann Matthias ist ihr Trainer, zusammen sind sie stolze Eltern von Malin (Jahrgang 2008) und den Zwillingen Anja und Lars (2011). Die Kombination der Rolle als Mutter und als Spitzenathletin verlangt ihr einiges ab.
«Nach der Geburt der Zwillinge war ich ein paar Mal am Anschlag», gesteht Niggli. Aber alles sei eine Frage einer extrem guten Organisation. «Ohne Unterstützung meines Mannes, der Eltern und Schwiegereltern wäre dies aber alles nicht zu bewältigen.» Ob Sie die Mühen auch in Zukunft weiter auf sich nimmt, lässt die 34-Jährige offen. Zunächst wolle sie einmal die Saison zu Ende bringen.
Olympia-Tauglichkeit des OL-Sprints
Den nächsten Weltcup-Einsatz hat Niggli Anfang September in Oslo. Natürlich hätte sie dazwischen gerne an Olympia teilgenommen, doch die Sportart OL ist bekanntlich nicht olympisch. «Das ist schade, vor allem, wenn man jetzt überall die Vorfreude sieht und wie sich die Athleten darauf vorbereiten. Ich denke, die Sprintdistanz wäre durchaus olympia-tauglich.»
(jäg)


