London 2012
«Very British»
Linksverkehr - Fahren auf der «falschen» Seite
Was kommt einem in den Sinn, wenn man an England denkt? In unserer Olympia-Serie stellen wir Ihnen Dinge vor, die «very british» sind: Linksverkehr zum Beispiel. Und wir erklären, wieso es in London eine Strasse gibt, auf der dennoch rechts gefahren werden muss.
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Wer als Tourist in England in sein Mietauto steigt, dürfte das eine oder andere Mal auf der falschen Seite des Fahrzeugs einsteigen. Weil in Grossbritannien nämlich auf der linken Strassenseite gefahren wird, befindet sich eben auch das Steuerrad auf der für Kontinentaleuropäer «falschen» Seite.
62 Länder mit Linksverkehr
Doch Autos, Busse, Motorräder, Fahrräder und was sonst noch alles fährt, werden nicht nur in England auf der linken Seite der Strasse gelenkt. In 62 der 194 Staaten dieser Erde gilt Linksverkehr. Bei den meisten davon handelt es sich um ehemalige britische Kolonien wie etwa Australien, Indien oder Jamaika.
Linksverkehr dem Schwert wegen?
Früher wurde durch Konventionen, heute mit Rechtsvorschriften, definiert, auf welcher Strassenseite sich Fahrzeuge zu bewegen haben. Erklärungsansätze für die Herkunft des Linksverkehrs gibt es viele.
Eine dieser Theorien basiert auf dem Führen von Waffen. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, führte man sein Pferd auf der linken Seite, um dem Gegner mit der Waffe in der rechten Hand begegnen zu können.
Es ist zudem belegt, dass römische Soldaten meist auf der linken Seite marschierten und römische Münzen zeigen zwei Reiter, welche auf der rechten Schulterseite aneinander vorbeireiten.
Napoleon verbreitet Rechtsverkehr in Europa
In Frankreich setzte die Regierung von Maximilien Robespierre während der Französischen Revolution (1789 - 1799) klare Regeln durch. Fortan hatten sich berittene Gespanne auf der rechten Seite aufzuhalten. Später erweiterte Napoleon Bonaparte dieses Gesetz auf sämtliche Fahrzeuge aus.
Das napoleonische Frankreich führte dann im Zuge seiner Eroberungen in weiten Teilen Europas den Rechtsverkehr ein.
Auch in Spanien wurde links gefahren
Nicht so in Grossbritannien, wo der französische Feldherr nie hingelangt war. Vom britischen Königreich aus wurde die Idee des «Links-Fahrens» schliesslich in die Staaten des Commonwealth hinausgetragen.
Einige Länder wechselten aber in der Zwischenzeit zurück zum Rechtsverkehr, so etwa Spanien (1924), China (1946) oder Island (1968).
Rechtsverkehr wegen Luxus-Hotel
Allerdings gibt es selbst in London eine Strasse - die einzige im ganzen Königreich - die auf der rechten Seite befahren werden muss. Auf der kurzen Privatstrasse Savoy Court vor dem Savoy Theatre ist Rechtsverkehr vorgeschrieben, damit durch den Rückstau bei Theater-Vorstellungen nicht der Eingang zum luxuriösen Savoy Hotel blockiert wird.
(bon)


