London 2012
Historische Sportstätten
Hyde Park: Der Park mit den zwei Gesichtern
Der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson hinterliess 1886 mit seiner Novelle «Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde» der Nachwelt einen Klassiker der Weltliteratur. Ähnlich wie sein literarisches Pendant, zeigte auch der Londoner Hyde Park, Austragungsort des Olympia-Triathlons, in seiner langen Geschichte jeweils unterschiedliche Gesichter.
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Stevensons Novelle, die von der Verwandlung des hochangesehenen Arztes Dr. Jekyll in den mordenden Mr. Hyde erzählt, gilt als berühmteste Ausformung des Doppelgängermotivs in der Weltliteratur. Obwohl das Werk später Schriftsteller, Regisseure, Musiker und Künstler auf der ganzen Welt inspirieren sollte, ist die Annahme, der Hyde Park verdanke seinen Namen der literarischen Vorlage, falsch.
Und doch lassen sich zwischen Buch und dem Austragungsort des olympischen Triathlons gewisse Parallelen erkennen. Denn auch der Park, der mit dem Serpentine Lake auch über einen See verfügt, hat eine Sonnen- und eine Schattenseite.
Vom königlichen Park...
Die ältesten schriftlichen Quellen erwähnen den Namen Hyde Park bereits im Jahre 1000 n. Chr., also weit vor der Entstehung von Stevensons Werk. 1536 nahm König Heinrich VIII. das Gelände in königlichen Besitz. Der Park diente fortan als Jagdgebiet, bis Ende des 18. Jahrhunderts die Grünanlage auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
....zum politischen Forum
Der Hyde Park diente vor allem als Schauplatz für schicke Kutschenkorsos des britischen Hochadels, war bei den Edelmännern aber auch als Austragungsort für Duelle sehr beliebt. Den Höhepunkt erlebte der Park 1851, als er das Zentrum der ersten Weltausstellung bildete. Rasch entwickelte sich die Anlage zum Volkspark, zur Erholungszone und auch zum politischen Zentrum. Zahlreiche politisch engagierte Personen nutzten den Park als Forum für ihre Anliegen. Davon zeugt heute noch der bei Touristen als Fotomotiv beliebte «Speakers Corner».
Dunkle Seiten des Parks
Doch die Geschichte des Parks offenbart auch einige dunkle Kapitel. So fanden im Hyde Park in früheren Zeiten traditionell die öffentlichen Hinrichtungen statt. Am 20. Juli 1982 verübte die irische Untergrundorganisation IRA ein Bombenattentat auf britische Soldaten auf dem Parkgelände. Vier Soldaten starben und es gab zahlreiche Verletzte, darunter auch Touristen.
Sportliche Leiden
Freud und Leid dürften auch an den Olympischen Spielen im Hyde Park nahe beieinander liegen, wenn sich die Triathleten am 4. und 8. August durch die Parkanlage, beziehungsweise den «Serpentine Lake», quälen werden. Bis dann dürfte auch das Schwimm-Verbotsschild am See verschwunden sein.
(sil)


