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Orientierungslauf
Dreifacher Schweizer Triumph im Sprint
Die Schweizer haben dem Sprintfinal bei der Heim-WM in Lausanne komplett ihren Stempel aufgedrückt. Matthias Kyburz wurde vor Matthias Merz und Matthias Müller Weltmeister. Simone Niggli sorgte mit ihrer 18. Goldmedaille für den totalen Schweizer Triumph.
An der WM in Lausanne war im Sprint der Männer das Podest fest in Schweizer Hand: Matthias Kyburz (15:32,0) gewann vor Namensvetter Matthias Merz (15:51,0), während sich Matthias Müller auf dem 3. Schlussrang platzierte (16:00,9). Die drei Medaillengewinner tragen nicht nur den gleichen Vornamen, sie kommen auch alle aus dem Kanton Aargau.
Kyburz wie «im Traum»
Der 22-jährige Kyburz zeigte einen nahezu perfekten Lauf, lag von der ersten Zwischenzeit an in Führung und gewann erstmals Gold auf WM-Stufe. Noch vor einem Jahr hatte der Biologie-Student den Qualifikationslauf an den Titelkämpfen gewonnen, war aber im Final bloss 20. geworden.
«Damals hatte ich mich zu sicher gefühlt, war am Start zu wenig aggressiv und wurde plötzlich von allem überrumpelt. Aus diesem Fehler habe ich gelernt», sagte Kyburz. «Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Vor ein paar Jahren hatte ich noch nicht einmal daran geglaubt, dass ich mir im starken Schweizer Team an der Heim-WM einen Startplatz erkämpfen werde.»
Schweizer Auftakt nach Mass
Mit dem dreifachen Erfolg der Männer endete der 1. WM-Tag aus Schweizer Sicht sogar noch erfolgreicher, als er begonnen hatte. Zuvor hatte sich Simone Niggli auf überlegene Weise den WM-Titel über die Sprintdistanz erlaufen. Sie siegte mit 36,5 Sekunden Vorsprung auf die Dänin Maja Alm. Bronze holte sich Annika Billstam aus Schweden.
«Mir fällt ein riesiger Felsbrocken vom Herzen», sagte Niggli. Dies dokumentierte auch eine für die Seriensiegerin atypische Szene. Wenige Minuten nach dem Zieleinlauf verkroch sie sich hinter die Sponsorenwand und liess ihren Tränen freien Lauf. «Der Druck war enorm gross. Eine Minute vor dem Start drückte die Nervosität voll durch. Aber ich behielt alles im Griff, das macht mich enorm stolz», fügte sie hinzu.
Bereits Nigglis 18. WM-Goldmedaille
Niggli war bei allen Zwischenzeiten die Schnellste und baute ihren Vorsprung mit Fortdauer des Rennens kontinuierlich aus. Mit 49 Sekunden Rückstand auf Niggli lief die 26-jährige Winterthurerin Rahel Friederich durchs Ziel und sicherte sich den glänzenden 5. Schlussrang.
Die 34-jährige Niggli aus Münsingen unterstrich gleich bei erstbester Gelegenheit ihre Ausnahmestellung in der Szene. Die Mutter dreier Kinder siegte in 15:43,7 Minuten überlegen und feierte ihren insgesamt 18. WM-Titel. Über die Sprintdistanz ist es für die gebürtige Burgdorferin bereits die 6. Goldmedaille an Weltmeisterschaften.
Lausanne. OL-Weltmeisterschaften. Sprint:
Männer: (4,2 km - 80 m Anstieg - 20 Posten)
1. Matthias Kyburz (Sz) 15:32. 2. Matthias Merz (Sz) 0:17. 3. Matthias Müller (Sz) 0:27. 4. Scott Fraser (Gb) 0:39. 5. Andrej Chramow (Russ) 0:50. 6. Tuomo Mäkelä (Fi) 1:00. - 43 klassiert.
Bemerkung: Daniel Hubmann (Sz), Weltmeister 2011, wegen Achillessehnenriss nicht am Start.
Frauen: (3 km - 60 m Anstieg - 19 Posten)
1. Simone Niggli (Sz) 15:43. 2. Maja Alm (Dä) 0:36. 3. Annika Billstam (Sd) 0:44. 4. Helena Jansson (Sd) 0:46. 5. Rahel Friederich (Sz) 0:49. 6. Venla Niemi (Fi) 0:55. - Ferner: 16. Judith Wyder (Sz) 1:53. - 43 klassiert.
(si/rha)


