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Super League

Gennaro Gattuso: Arbeitsam und abenteuerlustig

Donnerstag, 12. Juli 2012, 18:41 Uhr

In der Super League hat noch nie ein Spieler mit einem derart beeindruckenden Palmarès gespielt wie Gennaro Gattuso. Doch der neue Sion-Captain will sich im Herbst seiner Karriere nicht auf den Lorbeeren ausruhen. «Ich beginne bei null», so der Weltmeister mit Italien von 2006.

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Gennaro Gattusos Karriere

Alleine in der Serie A haben 10 Klubs um die ausgebootete Milan-Legende gebuhlt. Russische, katarische und chinesische Teams lockten Gennaro Gattuso mit dem grossen Geld. Doch: «Gattuso ist ein keiner, der dem Geld hinterherrennt», so Christian Constantin. Und deshalb hat sich das 34-jährige Raubein für den FC Sion entschieden. «Etwas in mir hat gesagt: Dieses Abenteuer würde ich gerne machen», so der Weltmeister von 2006.

«Wahnwitzige Entscheidung»

In 13 Jahren bei der AC Milan wurde er 2 Mal italienischer Meister und gewann 2 Mal die Champions League. Noch nie hat ein Spieler seines Formats die Super League beehrt. Dass Gattuso ausgerechnet nach Sitten wechselt, überraschte auch sein Umfeld. «Meine Freunde sagten mir, ich sei der Einzige, der so eine wahnwitzige Entscheidung treffen kann.»

Doch in der kantigen Walliser Bergwelt sieht sich der ehemalige Milan-Star in seine Kindheit zurückversetzt. Gattuso, der in einfachen Verhältnissen in Kalabrien aufwuchs, schätzt hartes Training und vermisst den Mailänder Luxus nicht. «Hier muss man alles selber machen, seine Tasche selber tragen. Man muss arbeiten, rennen. Das ist für mich Fussball», sagt er.

Ohne Pardon auf dem Feld

Arbeiten und rennen will Gattuso, der den Grossteil der letzten Saison wegen einer Entzündung des Seh-Nervs verpasst hatte, auch im Herbst seiner Karriere noch. Auf dem Feld ist er allseits gefürchtet wegen seiner Unnachgiebigkeit, seinem Temperament, seiner Härte und nicht zuletzt wegen seinem losen Mundwerk.

Doch der Mittelfeldspieler, der mit 19 Jahren seine heutige Frau während einem Engagement bei den Glasgow Rangers kennenlernte, hat auch weiche Seiten. So gründete der 34-Jährige 2003 die Fussballschule und Stiftung «Forza Ragazzi». Und trotz 13 Jahren Klubtreue bei den «Rossoneri» unterstützte er die Partei von Klubpräsident Silvio Berlusconi als einer der wenigen Spieler nicht.

Die Ansage an die Adresse von Basel

Constantin erzählt: «Gattuso ist ein aussergewöhnlicher Mensch.» Und da erstaunt es nicht, dass dieser trotz seines Rendements nochmals alles geben will in Sitten. Der neue Captain sagte bei seiner Präsentation: «Alles, was ich in der Vergangenheit gewonnen habe, zählt nicht mehr. Ich beginne bei null.» Doch er sagte auch: «Ich bin hier, um Basel herauszufordern.» Und dafür hat ihn Constantin verpflichtet.

(sas)