Fussball
Super League
GC: Aufwind dank arrivierten Kräften?
Nach einer verpatzten letzten Spielzeit sind die Grasshoppers einmal mehr auf Wiedergutmachungskurs. Mit neuer Führungsetage und vielversprechenden Zuzügen wie dem Ex-Internationalen Stéphane Grichting sowie Rückkehrer Veroljub Salatic will der einstige Serienmeister die Trendwende einläuten.
Die abgelaufene Saison war für GC eine zum Vergessen. Ohne die Querelen um Sion und den Lizenzentzug von Xamax hätte dem Schweizer Rekordmeister der direkte sportliche Abstieg gedroht. Die Zürcher liessen die meisten Gegentore zu und spielten die schlechteste Rückrunde aller Teams. Die Konsequenz: Ciriaco Sforza legte sein Amt im 3. Jahr nieder.
Totalumbruch in der Führungsetage
Nun soll bei GC – einmal mehr – alles neu und besser werden. Neben der Verpflichtung von Uli Forte als neuem Mann an der Seitenlinie hat der Klub einige weitere Posten neu besetzt. So löste André Dosé Roland Leutwiler als Präsident ab, CEO Marcel Meier musste im März gehen. Nun stellt sich die grosse Frage: Wie wirkt sich dies auf den sportlichen Auftritt der «Hoppers» aus?
Die Handschrift von Dosé
Eines ist in der Transferperiode zumindest schon sichtbar geworden: Bei GC spürt man schon nach wenigen Monaten die Handschrift von VR-Präsident Dosé. Der ehemalige Swiss-CEO leitete zusammen mit Sportkoordinator Dragan Rapic die vielversprechendsten Transfers der letzten Jahre in die Wege. Zumindest auf dem Papier sieht es danach aus, als könnte man dem FC Zürich die Vormachtstellung als Nummer 1 der Stadt streitig machen.
Verpflichtung der Routiniers als Kraftakt
Mit dem Ex-Internationalen Stéphane Grichting (Auxerre), Milan Vilotic (Roter Stern Belgrad) sowie Rückkehrer Veroljub Salatic (Omonia Nikosia) haben es die Grasshoppers geschafft, erstmals nach Jahren des Umbaus und der betonten Jugendlichkeit wieder Routiniers in den Kader zu locken. «Das war ein unheimlicher Kraftakt von Präsident Dosé und Sportkoordinator Rapic», lobte Trainer Forte. Ziel ist es, dass Talente wie Bundebele Toko oder Amir Abrashi unter der Führung dieser arrivierten Kräfte wachsen.
Mit Nassim Ben Khalifa konnten die Verantwortlichen einen weiteren ehemaligen Schützling zurück nach Niederhasli holen. Doch Ben Khalifa muss seine Torgefahr nach verpatzten Saisons in Deutschland und bei den Young Boys zuerst wieder beweisen. Neben dem von Wolfsburg ausgeliehenen U17-Weltmeister soll Shkelzen Gashi von Aarau offensiv für die Musik sorgen.
Rücktritt von Cabanas und Co.
Nach dem Umbruch auf Führungsebene hat sich GC auch von nicht lohnenden Akteuren getrennt. 11 Abgänge haben die Zürcher zu verzeichnen. Mit Ricardo Cabanas und Boris Smiljanic sind zwei Spieler abgetreten, die ihrem Ruf als Teamstützen wegen Verletzungen oder Formschwäche schon länger nicht mehr gerecht geworden waren. Neuer Captain ist der 26-jährige Salatic, der GC nach 7 Saisons vor einem Jahr Richtung Zypern verlassen hatte.
Zuversicht bei Salatic und Grichting
Offensichtlich ist, dass der Umbruch bei GC erst begonnen hat. In 7 Pflichtspielen in der abgelaufenen Saison konnte Forte noch keineswegs eine Trendwende einläuten – so wartet der 36-Jährige weiter auf den 1. Meisterschaftssieg. Salatic: «Natürlich habe auch ich mitbekommen, dass GC kein einfaches Jahr hinter sich hat.» Doch er gibt sich kämpferisch: «Es muss sich etwas ändern und den Spirit will ich in die Mannschaft bringen.» Grichting, für den es im 1. Spiel im GC-Dress gegen seinen Ex-Klub Sion geht, formuliert den 5. Rang als Ziel. Angesichts des gestärkten Kaders sollte dies im Bereich des Möglichen liegen.
(sas)


