UEFA EURO 2012™
Final
Spaniens Kreis schliesst sich
Für Spanien schliesst sich mit dem Final an der EURO in Polen und der Ukraine gegen Italien ein Kreis (heute ab 19.25 Uhr auf «SF zwei»). Mit dem 1. Pflichtspiel-Sieg über Italien vor 4 Jahren starteten die Spanier eine beispiellose Erfolgswelle, die nun im 3. Final in Folge ihre Fortsetzung findet.
Torhüter Iker Casillas bezeichnete den Viertelfinal-Sieg über Italien an der EURO 2008 als den Anfang von Spaniens Dominanz in den letzten Jahren. Damals setzte sich die «Seleccion» mit 4:2 im Penaltyschiessen durch und feierte den 1. Pflichtspiel-Sieg über die «Squadra azzurra».
Viertelfinal-Fluch besiegt
Mit dem Sieg setzte die spanische Nationalelf nicht nur zu einer beispiellosen Erfolgswelle an, die Iberer überwanden zugleich auch ihr Viertelfinal-Trauma. Von 1984 bis 2008 war es Spanien nicht mehr gelungen, über die Runde der letzten 8 hinauszukommen. Doch seit 4 Jahren ist Spanien und insbesondere Casillas, der seit Juli 2006 kein Gegentreffer mehr in der K.o.-Phase kassiert hat, kaum mehr zu bezwingen. Zuletzt ging die Schweiz an der WM 2010 als Sieger über Spanien in einem Pflichtspiel hervor.
«Chancen stehen 50:50»
Spanien-Coach Vicente del Bosque will aber trotzdem nichts von einer Favoritenrolle wissen. «Die Chancen im Final stehen 50:50», sagte der 61-Jährige und fügte an, dass er keine taktischen Veränderungen von Italien gegenüber dem Deutschland-Spiel erwartet. Auch Cesc Fabregas warnte vor den starken Italienern und zeigte sich beeindruckt von deren Vorstellung gegen Deutschland: «Ihre erste Halbzeit war brillant.»
Die Defensive steht …
In der Verteidigung muss sich Del Bosque trotz dem Ausfall von Carles Puyol also keine Sorgen machen. Sergio Ramos, der vom Rechts- zum Innenverteidiger umfunktioniert wurde, kommt auf seiner Position bestens zurecht. Zusammen mit Gerard Piqué, Alvaro Arbeloa und Jordi Alba soll er dafür sorgen, dass die italienischen Gefahrenherde Andrea Pirlo, Mario Balotelli und Antonio Cassano in Schach gehalten werden. Ramos hat vor allem vor seinem ehemaligen Teamkollegen Cassano höchsten Respekt. «Er ist ein ausserordentlicher Fussballer und stellt immer eine Gefahr dar», so der Real-Akteur.
…aber wer schiesst die Tore?
Bei den Spaniern stellt sich mehr die Frage, wer für die Tore besorgt sein wird. Alvaro Negredo war gegen Portugal ein Totalausfall und wird kaum von Anfang an spielen. Fernando Llorente stand noch keine Minute auf dem Platz. Die Wahl wird wohl wieder auf Fabregas oder Fernando Torres fallen. Eine mögliche Alternative wäre Pedro Rodriguez, der nach seiner Einwechslung gegen Portugal neuen Schwung ins Spiel von Spanien brachte.
Respekt vor dem Gegner
Spanien zeigte vor dem Finalspiel überdurchschnittlich grossen Respekt vor dem Gegner. Fabregas sprach von einer «verdammt schwierigen» Aufgabe und erinnerte an das Gruppenspiel (1:1). «Wir sind durchaus ein bisschen beunruhigt», gab Ramos zu. Spielen die Spanier aber in der Defensive so abgeklärt wie zuletzt und gelingt ihnen vorne ein Geniestreich, dann könnte sich der Kreis endgültig schliessen. Einen solchen Geniestreich traut Fabregas seinem Teamkollegen Andres Iniesta, der Spanien vor 2 Jahren im Final zum WM-Titel schoss, zu. Er prophezeit: «Iniesta übernimmt die Verantwortung und wird uns etwas Besonderes geben.»
Mögliche Aufstellungen
Spanien: Casillas; Arbeloa, Pique, Ramos, Alba; Busquets, Xabi Alonso; Silva, Xavi, Iniesta; Fabregas.
Italien: Buffon; Abate, Barzagli, Bonucci, Chiellini; Marchisio, Pirlo, De Rossi; Montolivo; Cassano, Balotelli.
Schiedsrichter: Pedro Proença (Por).
TV-Hinweis
Spanien und Italien kämpfen am Sonntagabend in Kiew um den EM-Titel 2012. Sie können das Endspiel ab 19.25 Uhr live auf «SF zwei», im Livestream oder ab 20.45 Uhr auf «DRS 3» mitverfolgen. Zu Gast im EURO-Studio bei Rainer M. Salzgeber sind Alain Sutter und Gilbert Gress.
(sta/agenturen)


