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Berti Vogts: «Ich bin für technische Hilfsmittel»
Berti Vogts, der Deutschland 1996 zum EM-Titel führte, war zu Gast im Live-Chat. Vogts zog eine Zwischenbilanz der EURO und nahm Stellung zu deren Vermarktung und der Einfühung technischer Hilfsmittel für die Schiedsrichter.
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Beat Schläpfer, Hinwil: Welches Zwischenfazit ziehen Sie von der EM?
Berti Vogts: Vom Sportlichen her bin ich sehr angetan, und vor allem auch von der Athmosphäre in den Stadien. Die Auftritte einzelner Mannschaften wie Italien und Deutschland, der Überraschungsmannschaft Tschechien, die sich in der Gruppe durchgesetzt hat gegen Russland und Polen und sich vor der starken französischen Mannschaft klassiert hat, haben mir gefallen. Nicht gefallen haben mir ausserhalb der Stadien die Krawalle und Randale einzelner Verrückter.
Rainer Gasser, Biel-Benken: Guten Abend Herr Vogts, meine Frage: Sollte man nicht den Libero wieder einführen wie in den guten alten 70er-Jahren? Ohne Libero ist man als Verteidiger doch aufgeschmissen. Was meinen Sie?
Berti Vogts: Wenn man den Libero wieder einführt, hat man einen Spieler weniger im Mittelfeld. Das wird problematisch. Im modernen Fussball gewinnt die Mannschaft, die gerade im Mittelfeld eine Überzahl hat.
Reta Moser, Bülach: was halten sie von der EURO, wie sie heute vermarktet wird?
Berti Vogts: Ich bin Sportler, trotzdem ist es sehr wichtig, dass die Vermarktung zugenommen hat. Das bedeutet, dass nicht nur jeder einzelne Verband, der an dieser Europameisterschaft teilnimmt, eine höhere Ausschüttung bekommt, sondern auch die nicht teilnehmenden Nationen profitieren von dieser Vermarktung. Aber die Vermarktung muss nicht Punkt Nummer 1 sein, sondern das Sportliche.
Aron Gutmann, Zürich iedikon: Hallo Herr Vogts, Was sagen Sie zu Technischen Hilfsmitteln beim Fussball ?? Auch gerade wegen der Szene bei England Ukraine ??
Berti Vogts: Ich weiss nicht, warum man immer wieder diese Frage stellt. Schon vor 10 Jahren ist darüber diskutiert worden. Man hat leider nicht den Mut gehabt, sich diesen Themen zu stellen und ich bin für technische Hilfsmittel. Nur: Sie müssen so einfach wie möglich eingebracht werden. Das heisst für mich: Wir brauchen keine Torkameras, sondern ein sogenannten Supervisor müsste in einem separaten Raum sitzen und die Spielszenen, die das Fernsehen aussendet, begutachten. Sieht er - wie beim Spiel Ukraine-England - dass der Ball klar die Torlinie überschritten hat, muss er dies sofort dem Schiedsrichter vermitteln und eine einminütige Spielunterbrechung beantragen - wie es im American Football schon seit 20 Jahren gang und gäbe ist.
(SF )


