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UEFA EURO 2012™

Gruppe C

Spaniens Passmaschinerie stottert

Dienstag, 19. Juni 2012, 12:21 Uhr

Letztlich haben Titelverteidiger Spanien und Italien die Qualifikation für die EURO-Viertelfinals souverän geschafft. Doch spielerischer Glanz, Offensivspektakel und Spassfussball blieben dabei weitgehend auf der Strecke. In der K.o.-Phase soll sich dies mit dem nötigen Selbstvertrauen ändern.

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«Das Wichtigste ist, an solchen Turnieren auch an einem schlechten Tag weiterzukommen», stellte Spanien-Coach Vicente Del Bosque nach dem 1:0-Arbeitssieg gegen Kroatien und der Qualifikation für die EURO-Viertelfinals nüchtern fest. Emotionaler die Reaktion von El Pais : «Casillas verhindert die Katastrophe», titelte die spanische Tageszeitung in Anspielung auf die Glanzparade des Real-Keepers beim Kopfball von Ivan Rakitic.

Der weltmeisterliche Glanz fehlt

In der Tat war der Schlussmann beim letzten Gruppenspiel der beste Spanier auf dem Platz. Denn der Sieg gegen die Kroaten kam etwas glückhaft zustande, war den Osteuropäern doch ein Penalty-Pfiff verwehrt geblieben. Überhaupt hat «La Roja» in Polen und der Ukraine noch nicht viel vom Glanz beim Gewinn des Europa- und Weltmeister-Titels aufblitzen lassen. Einzig beim 4:0-Erfolg über die harmlosen Iren konnten die Iberer ihr schnörkelloses Tiki-Taka-Spiel aufziehen und den Spassfussball zelebrieren.

Offensiv (noch) keine Wucht

Dagegen taten sich die Spanier, die im Auftaktspiel gegen Italien (1:1) ohne nominellen Stürmer gestartet waren, vor allem im Abschluss schwer. Viel Ballbesitz hatten sie in allen Spielen, viele Offensivszenen aber nur gegen die «Boys in Green». Die Passmaschinerie geriet des Öfteren ins Stocken, in der Abwehr fehlte die Sicherheit von Carles Puyol und Spanien zeigte gegen Kroatien erstmals seit langem wieder Nerven. «Diese Gruppe war sehr kompliziert für uns. Drei Mannschaften spielten auf einem Niveau», so der Erklärungsversuch von Regisseur Andrés Iniesta.

Cassano hat vor niemandem Angst

Zwar ist die Del-Bosque-Equipe auf Kurs, doch es gibt noch viel Luft nach oben. Ähnlich sieht es bei Italien aus, dem Zweiten der Gruppe C. Doch obwohl die Azzurri, die sich beim 2:0-Zittersieg gegen Irland lange Zeit schwer taten, für das Weiterkommen auf Schützenhilfe des Titelverteidigers angewiesen waren, tönte Antonio Cassano: «Jetzt kann jeder kommen. Wir haben vor niemandem Angst», so der Milan-Stürmer.

«Braucht auch Herz»

Ehrlicher und realistischer dagegen die Reaktionen seiner Mitspieler. So bedankte sich Keeper Gianluigi Buffon bei Spanien, Andrea Pirlo gestand: «Wir hatten alle ein bisschen Angst». Die Erkenntnis von Trainer Cesare Prandelli: «Gegen Irland haben wir verstanden, dass es über die Qualität hinaus auch Herz braucht». Ein Herz hatten sich die Italiener zu Beginn beim vielbeachteten 1:1-Remis gegen Spanien gefasst, als sie offensiver antraten als vermutet.

Doch diesen Schwung konnte die «Squadra Azzurra» gegen Kroatien (1:1) ebenso wenig mitnehmen wie gegen die Iren. «Es war wichtig, uns selbst ein Signal zu geben», meinte deshalb Prandelli nach dem letzten Gruppenspiel. «Das sind typisch wir», gestand Buffon. «Gegen die Besten der Welt spielen wir auf Augenhöhe, gegen die vermeintlich Schwachen tun wir uns schwer.» Prandelli hofft für den weiteren Turnierverlauf: «Vielleicht hatten wir es nur nötig, Selbstvertrauen zu gewinnen.»

(sas)