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UEFA EURO 2012™

Gruppe D

«Pures Dynamit» - Frankreich wieder stolz auf Ribéry

Dienstag, 19. Juni 2012, 11:07 Uhr

Mit dem Viertelfinal-Einzug will Frankreich zwei Jahre nach dem WM-Desaster seinen Stolz wiederherstellen. Als Anführer einer jungen Mannschaft ist Franck Ribéry dabei, sein Image aufzupolieren.

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Franck Ribéry hat es geschafft. Die Franzosen lieben ihn wieder. Ribéry sei derzeit «pures Dynamit» und in der Form seines Lebens, schreiben die Zeitungen euphorisch.

Der Traum vom dritten Titel

Und mit dem angeblich besten Ribéry, den es je gab, will auch die Fussball-Nationalmannschaft wieder zum Stolz der «Grande Nation» werden. Die Medien träumen vor dem letzten Gruppenspiel gegen Schweden am Dienstag in Kiew gar schon vom dritten EM-Titel nach 1984 und 2000.

«Baut die Serie auf 26 Spiele aus», fordert die Sporttageszeitung L'Equipe  angesichts von mittlerweile 23 Spielen ohne Niederlage. Eine längere Serie haben die Franzosen nur einmal hingelegt, als sie zwischen 1994 und 1996 über 30 Partien hinweg nicht zu schlagen waren. Auch diese Serie hatte an einem Tiefpunkt begonnen: nach dem Scheitern in der Qualifikation für die WM 1994.

Vom Buhmann zum Hoffnungsträger

Auch diesmal wirkt es, als sei Phoenix aus der Asche aufgestiegen. 2010 in Südafrika blamierte sich die «Equipe Tricolore» bis auf die Knochen - sportlich und auch abseits des Platzes. Spieler revoltierten gegen Trainer Raymond Domenech, es war eine Schande. Ribéry galt danach als einer der Rädelsführer, er wurde für drei Spiele aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen und viele wünschten sich, er würde nie zurückkommen.

Doch er kam zurück, und neuerdings ist der Offensivspieler von Bayern München auf dem besten Weg, Frankreichs Liebling zu werden. «Ich bin froh, dass ich das Verhältnis zur französischen Öffentlichkeit wiederherstellen konnte», sagt Ribéry. Die französischen Medien loben den 29-Jährigen in den höchsten Tönen. «Ribéry ist pures Dynamit», stand etwa im Parisien . Und die meist kritisch schreibende L'Equipe  jubelt: «Das ist der Ribéry von 2006 - nur besser!» Vor sechs Jahren hatte Ribéry bei der WM an der Seite von Zinédine Zidane den internationalen Durchbruch geschafft.

Ribéry der Führungsspieler

Bei der EURO vollzieht Ribéry endlich auch den überfälligen Schritt zum Führungsspieler. Le Parisien  nennt ihn schon den «grossen Bruder der jungen Generation». Berater Jean-Pierre Bernès erzählt: «Franck hat Gefallen daran, Anführer zu sein und sich um die Jungen zu kümmern.» Ribéry selbst sagt: «Es ist schon lange her, dass ich mich im Nationalteam so wohl gefühlt habe.»

(sid)