London 2012
Historische Sportstätten
Wembley: Den Mythos wiederbeleben
Der Final des olympischen Fussball-Turniers der Männer wird am 11. August im Wembley-Stadion ausgetragen. Der Name Wembley weckt viele Erinnerungen an grosse Fussball-Ereignisse, doch das Stadion ist nicht mehr dasselbe.
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Der Name Wembley steht für Emotionen. In der «Kathedrale des Fussballs», wie Pélé das Stadion einst nannte, spielten sich Tragödien und Heldenepen ab.
Ein Schimmel steht am Anfang
Angefangen hat der Mythos am 28.4.1923 mit dem «White Horse Final». Geschätzte 127'000 Zuschauer wollten das Duell zwischen den Bolton Wanderers und West Ham United sehen. Tatsächlich drängten sich wohl aber an die 200'000 Fans ins hoffnungsvoll überfüllte Stadion. Es sah aus, als ob das Spiel verschoben werden müsste, bis Polizist PC George Scorey auf seinem Schimmel Billy die Massen langsam an den Spielfeldrand zurückdrängte und das Finale beginnen konnte.
Ein Tor, das keines war
1966 begründete das wohl umstrittenste Tor der Fussball-Geschichte den legendären Ruf des Wembley. Geoff Hursts Lattenschuss im Final gegen Deutschland, der als Tor zum 3:2 gewertet wurde, bescherte England den ersten und bisher einzigen WM-Titel.
Mythos weicht Moderne
2003 endete die 80 Jährige Geschichte des alterwürdigen Wembley. Das Stadion wurde abgerissen und 2007 ein neuer 1,4 Milliarden Euro teurer Neubau eröffnet. Die neue Arena ist beeindruckend: mit Platz für 90'000 Zuschauer ist sie nach dem Camp Nou in Barcelona die zweitgrösste Fussball-Arena Europas.
Vom alten Stadion geblieben ist nur der Name und die Erinnerung an den weissen Schimmel in Form einer Fussgängerbrücke namens «White Horse Bridge». Das neue Multifunktions-Stadion muss erst noch beweisen, dass es zum Wiederbeleben des alten Mythos taugt. Vielleicht könnte die Schweizer U21 mit der Finalqualifikation dem Ort neues Leben einhauchen.
Historische Venues
In London werden einige Events an historischen (Sport-)Stätten ausgetragen, wir stellen Ihnen in einer Serie die wichtigsten vor.
(sil)


