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Derdiyok jubelt über «Spiel seines Lebens»

Samstag, 26. Mai 2012, 21:19 Uhr

Matchwinner beim historischen 5:3-Sieg über Deutschland war Nationalstürmer Eren Derdiyok. Der Dreifachtorschütze ging gar so weit, die Partie gegen den grossen Nachbarn als «Spiel seines Lebens» zu bezeichnen. Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld frohlockte: «Das ist fantastisch».

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Interview mit Eren Derdiyok

Fast 8 Jahre ist es her, seit die Schweizer Nati das letzte Mal mehr als 4 Tore erzielt hat. Dass der Tor-Bann ausgerechnet gegen Deutschland, das man zuletzt vor 56 Jahren bezwungen hatte, brechen würde, hätten sich wohl nicht einmal die grössten Anhänger der Nati in ihren kühnsten Träumen erhofft. Das Resultat löste auch bei den Spielern Erstaunen aus. «Mein erster Gedanke war: Ist das eigentlich wahr?», so Admir Mehmedi, der sein erstes Tor im Nati-Dress erzielt hatte.

Insofern überraschte es auch nicht, dass Dreifach-Torschütze Eren Derdiyok die Partie euphorisch als «Spiel seines Lebens» bezeichnete. «Die Mannschaft hat überragend gespielt, sie war frisch, hatte Spass», jubelte der Stürmer. «Wir konnten heute beweisen, dass wir auch vorne gefährlich sein können», freute sich Kiew-Söldner Mehmedi.

Gutes Bauchgefühl beim Stürmer

Als Schlüssel zum persönlichen Torfestival bezeichnete Derdiyok die Tatsache, dass er nun, da sein Transfer über die Bühne sei, erleichtert habe aufspielen können. «Ich habe nun ein gutes Bauchgefühl, fühle mich viel besser», so der 23-Jährige, der auf die neue Saison hin für Hoffenheim statt Bayer Leverkusen stürmen wird.

Interview Eren Derdiyok («sportlive»)

Barnettas Freude über das gelungene Comeback

Derdiyok stellte aber die Leistung der Mannschaft in den Vordergrund. Besonders überzeugend war das Zusammenspiel mit Noch-Teamkollege Tranquillo Barnetta, der bei allen 3 Derdiyok-Toren den letzen Pass spielte. Der Ostschweizer, der nach einer langwierigen Knieverletzung in die Nati zurückkehrte, freute sich: «Ich bin sehr froh, dass ich gerade so wieder zurückkommen konnte.»

Hitzfeld: «Es ist fantastisch»

Besonders gross war die Genugtuung über den historischen Erfolg gegen den grossen Nachbarn bei Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld. «Es ist fantastisch, gegen Deutschland zu gewinnen», so der Lörracher. Doch der 63-Jährige machte der deutschen Elf Mut: «Ich glaube, das ist ein gutes Omen für die EURO. Wir haben bei der WM in Südafrika als einzige Mannschaft Spanien geschlagen, und die sind dann Weltmeister geworden.»

Interview Ottmar Hitzfeld («sportlive»)

Ein Schritt in die richtige Richtung

Aus Schweizer Sicht sind die Vorzeichen auf die bevorstehende WM-Qualifikation nach dem Überraschungserfolg wieder freundlicher als zuletzt. So freute sich Derdiyok, dass «die Mannschaft zu funktionieren beginnt». Doch sie sei noch nicht da, wo sie sein könnte, wie er anmerkte. Auch Barnetta befand: «Wir konnten einen Schritt nach vorne machen. Aber müssen weiter an uns arbeiten.» Der nächste Prüfstein für die Nati folgt am Mittwoch in Luzern gegen Rumänien.

(sas)