WM 2012
WM 2012
WM 2012: Viele Tore, hohe Preise und die Modus-Frage
Die 76. Eishockey-WM ist mit einer Matchdemonstration Russlands am Sonntag zu Ende gegangen. In den beiden Gastgeber-Städten Helsinki und Stockholm wurden den Zuschauern viele Tore geboten, doch etliche Sitze blieben in den Stadien aufgrund falscher Preispolitik leer. In einem Jahr soll alles anders werden.
Bild
Mit den Gastgebern Finnland und Schweden fand die WM erstmals seit 1930 wieder in 2 Ländern statt. Im Vorfeld liessen die Organisatoren verlauten, dass aufgrund der finnischen und schwedischen Begeisterungsfähigkeit für das Eishockey ein neuer WM-Zuschauerrekord angepeilt werde.
Hohe Preise hielten Zuschauer fern
Doch die Zuschauer hielten wenig von der Preispolitik der Veranstalter. Die 64 Spiele wurden insgesamt von 451'000 Zuschauern (pro Spiel 7047) besucht, eine Marke, die um rund 100'000 unter dem Rekord aus dem Jahr 2004 in Tschechien liegt. Nach tiefen Zuschauerzahlen zu Beginn - vor allem in Stockholm - konnten die Organisatoren mit Sonderaktionen und Schenk-Aktionen den Schnitt noch heben.
«Die Preispolitik war falsch. Die Gastgeber werden das im Hinblick auf das kommende Jahr ändern, was wir sehr begrüssen», kritisierte René Fasel, Präsident des Internationalen Eishockeyverbandes, ungewohnt deutlich. Immerhin kamen die anwesenden Zuschauer pro Spiel im Schnitt in den Genuss von 5,88 Toren, was dem höchsten Wert seit 4 Jahren entspricht.
Neuer Modus mit Vor- und Nachteilen
Zu Diskussionen führte auch der auf diese Titelkämpfe neu eingeführte Modus mit 2 Achtergruppen. Für Medien und Fans ist dieser aufgrund der Überschaubarkeit sicher eine Aufwertung gegenüber der unübersichtlichen und nun abgeschafften Zwischenrunde. Nicht wenige Mannschaften stiessen allerdings mit dem neuen Modus an ihre Grenzen.
7 Gruppenspiele in 11 oder 12 Tagen sind eine hohe Belastung. Die 4 Halbfinalisten spielten 10 Partien in 17 Tagen. Aus diesem Grund wird derzeit über eine Erhöhung des Spielerkontingents von aktuell 25 Spielern und eine Reduktion der A-Gruppe von 16 auf 14 Nationen debattiert.
Nati: Mögliche Rehabilitierung in Stockholm
Am besten mit der hohen Dichte an Spielen kam bekanntermassen Russland zurecht, das sich den Titel holte. Zu den Überraschungen des Turniers gehören die zweiplatzierten Slowaken, die zuletzt 4 Mal die Viertelfinals verpasst hatten und nun in der Weltrangliste einen Satz von Rang 9 auf 6 vollzogen haben. Aber auch Viertelfinalist Norwegen, zum 2. Mal in Serie in den Top 8, und Frankreich (WM-Rang 9) mit seiner neuen Generation sorgten für positive Ausrufezeichen.
Für gegenteilige Schlagzeilen waren vor allem Deutschland und die Schweiz zuständig, die beide schwer enttäuschten. Chance zur Korrektur gibt es im nächsten Jahr erneut in Helsinki und Stockholm (3. bis 19. Mai). Die Schweiz spielt in Schweden gegen den Gastgeber, Tschechien, Kanada, Dänemark, Weissrussland und Aufsteiger Slowenien.
Die IIHF-Weltrangliste (Stand nach der WM 2012)
1. Russland 3425
2. Finnland 3345
3. Tschechien 3330
4. Schweden 3280
5. Kanada 3255
6. Slowakei 3100
7. USA 3065
8. Norwegen 2960
9. Schweiz 2910
10. Deutschland 2885
(jäg)


