Fussball
Champions League
Chelsea erstmals auf dem Thron Europas
Der Champions-League-Sieger 2011/12 heisst Chelsea. Die Mannschaft von Trainer Roberto Di Matteo sicherte sich die CL-Trophäe zum 1. Mal in der Klubgeschichte nach einem 4:3-Sieg im Elfmeterschiessen gegen Bayern München. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden.
Bayern München schien sich den Traum vom Sieg des Finals «dahoam» zu verwirklichen. 2:0 und 3:1 führte der deutsche Rekordmeister im Elfmeterschiessen, doch dann verschossen Ivica Olic und Bastian Schweinsteiger. Didier Drogba verwandelte den entscheidenden Strafstoss für Chelsea - der erstmalige Gewinn der Champions League in der Klubgeschichte war Tatsache.
Vor 4 Jahren waren die «Blues» noch im Endspiel im Elfmeterschiessen an Manchester United gescheitert. Dieses Mal klappte es, obwohl in den vorangegangenen 120 Spielminuten nicht viel auf einen Sieg der Londoner hingedeutet hatte.
Drogbas später Ausgleich
Bayern München hatte sich wohl mehr als nur einmal im Land der Träume gewähnt. In der 83. Minute brachte Thomas Müller den deutschen Rekordmeister nach einer Flanke von Toni Kroos per Kopfballaufsetzer mit 1:0 in Front. Die Führung war verdient, der FCB schlicht besser, kreativer und gefährlicher. Chelsea fand praktisch nicht statt.
Doch ausgerechnet Drogba, unter Roberto Di Matteos Vorgänger André Villas-Boas nicht mehr oft eingesetzt, rettete die «Blues» in die Verlängerung. Nach dem 1. Eckball der Partie für Chelsea nickte er das Leder 2 Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit wuchtig in die nahe obere Torecke.
Robben verschiesst einen Elfmeter
In der Verlängerung nahm der Final Fahrt auf. Und wieder stand Drogba im Mittelpunkt, doch dieses Mal schien er zur tragischen Figur zu werden. Er brachte im Strafraum Bayerns Franck Ribéry zu Fall. Aber den fälligen Elfmeter sah Arjen Robben von Chelsea-Keeper Cech pariert. Wie beim verschossenen Elfmeter gegen Dortmund im Bundesliga-Titelrennen hatte der Niederländer die rechte Ecke gewählt - und scheiterte ein weiteres Mal.
Die Bayern suchten in der Folge nochmals mit grosser Vehemenz den Siegtreffer, aber er fiel nicht mehr. Im Elfmeterschiessen zogen sie schliesslich den Kürzeren. 2001, beim bislang einzigen Triumph in der «Königsklasse», hatten sie sich gegen Valencia in der Penalty-Lotterie durchgesetzt.
Bayern und das unrühmliche Triple
Für die Bayern endete die Saison damit enttäuschend. In der Bundesliga und im Cup mussten sie Dortmund den Vortritt lassen und nun, im grossen Endspiel der Champions League, waren sie erneut die ersten Geschlagenen.
Anders die Gemütslage bei Chelsea. Nach 2 Siegen im Cup der Cupsieger, 4 Meister-Titeln und 6 FA-Cup-Erfolgen ist die so ersehnte Champions-League-Trophäe endlich gewonnen. Dass Chelsea wie bereits im Halbfinal gegen Barcelona mit einer englischen Version des «Catenaccio» erfolgreich war, dürfte bei den «Blues» niemanden interessieren - schon gar nicht Trainer Di Matteo, der seit seinem Amtsantritt im März nach dem FA-Cup nun bereits die 2. Trophäe gewonnen hat.
(jäg)


