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Eishockey

NLA

Von Gunten: «Wollen warten, bis das Ende definitiv ist»

Freitag, 18. Mai 2012, 11:10 Uhr

Nach einer erfolgreichen Saison bei den Frölunda Indians in Schweden unterschrieb Patrick von Gunten einen Zweijahresvertrag bei Kloten. Nun stehen die Flyers vor dem Aus und Von Gunten vor einer ungewissen Zukunft. Im Interview spricht der Nati-Verteidiger über die Zukunft der Flyers und die Enttäuschung an der Weltmeisterschaft.

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Patrick von Gunten, Sie haben im Februar bei den Kloten Flyers einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Um den Klub steht es schlechter denn je. Glauben Sie noch an eine Rettung der Flyers?

Patrick von Gunten: Nachdem Hans-Ulrich Lehmann abgesagt hat, ist die Lage natürlich kritischer denn je. Die Situation ist für uns Spieler schon komisch. Wir haben uns am Mittwoch zusammengesetzt und dem Klub ein Ultimatum bis Ende Mai gestellt (zur Begleichung der ausstehenden Löhne – die Red.). So haben die Verantwortlichen etwas Zeit. Aber ewig warten können wir auch nicht, es geht schliesslich um unsere Zukunft.

Sollten die Flyers den Turnaround nicht schaffen: Hätte für Sie dann ein Engagement bei einem anderen Schweizer Klub 1. Priorität oder wäre etwa eine Rückkehr nach Schweden eine Option?

Ich habe mir schon meine Gedanken gemacht. Aber mein alter Klub (die Frölunda Indians – die Red.) hat bereits einen Ersatz für mich geholt und das Kader ist komplett. Aber richtig aktiv werde ich erst, wenn es in Kloten wirklich fertig ist.

Sind Sie schon von Schweizer Klubs kontaktiert worden?

Nein. Ich glaube, unser Sportchef Jürg Schawalder hat die Klubs kontaktiert und sie gebeten, nicht schon jetzt zu versuchen, Spieler abzuwerben. Denn sobald die ersten gehen, fliegt das Ganze auseinander. Wir wollen zuwarten, bis das Ende der Flyers definitiv ist.

Zu einem nicht ganz so trostlosen, aber ebenfalls unerfreulichen Thema: der Weltmeisterschaft. Es geht in die heisse Phase und die Schweiz fehlt. Ist der erste Frust verdaut?

Die erste Enttäuschung ist zwar verdaut, aber es ist natürlich ärgerlich, dass wir nicht mehr dabei sind. Wir wollten in den Viertelfinal, haben es aber leider verbockt.

Was ist konkret schief gelaufen?

Wir haben es zu oft nicht verstanden, über 60 Minuten ein hohes Niveau zu halten. Das reicht auf diesem Level nicht. Wir haben Fehler begangen, die an einer WM bestraft werden.

Sean Simpson steht in der Kritik, seine Zukunft als Nati-Coach ist ungewiss. Soll an ihm festgehalten werden?

Ich wüsste nicht, was man an Simpson kritisieren könnte. Klar, wir haben jetzt zweimal in Folge die Viertelfinals verpasst, aber man sollte das Ganze etwas langfristiger betrachten.

Sie spielten an der WM meist mit Mathias Seger in der 4. Verteidigungslinie und bekamen von Simpson wenig Eiszeit. Hat Sie das überrascht?

Nachdem die NHL-Spieler und die NLA-Playoff-Finalisten dazu gestossen sind, war es absehbar, dass wir in der 4. Linie spielen würden. Es ist klar, dass du dort nicht am meisten Eiszeit kriegst. Trotzdem haben wir versucht, in unseren Einsätzen das Optimum zu geben. Aber es ist nicht einfach, wenn man nur sporadisch auf dem Eis steht.

Hat Simpson begründet, warum er so wenig auf Sie setzte.

Nein. Aber man muss auch nicht immer alles begründen. Natürlich hat es mich auf Berndeutsch gesagt «agschisse», aber es war eine WM und kein Grümpelturnier. Es hätte auch einen anderen Spieler treffen können.

(Interview: Reto Kägi)