Eishockey
NLA
Lehmann: «In Kloten zu investieren ist unmöglich»
Harte Landung für die Kloten Flyers: Hans-Ulrich Lehmann, der als Retter beim finanziell angeschlagenen NLA-Klub hätte einsteigen sollen, verzichtet. «Ich kann eine Investition in diesen Verein nicht verantworten. Unmöglich!», so der Unternehmer.
Lehmann hatte am 13. Mai Einsicht in neue Unterlagen erhalten. «Für mich ist es unverantwortlich, in diesen Klub zu investieren», sagte der 52-Jährige gegenüber Radio DRS. «Die Verpflichtungen haben sich verdoppelt, deshalb musste ich die Notbremse ziehen.»
Über die Höhe der Verbindlichkeiten wollte sich Lehmann nicht exakt äussern. Um den Klub zu retten, sei aber «ein Betrag in zweistelliger Millionenhöhe nötig».
Harsche Kritik an Klotens Führung
Deutliche Worte fand der Zürcher indes für die wirtschafltichen Aktivitäten, die in der Vergangenheit in Kloten ausgeführt wurden. «Was da in der Vergangenheit alles unterschrieben wurde, scheint mir sehr zweifelhaft zu sein.»
Bircher räumt Fehler ein
Der in der Kritik stehende Kloten-Präsident Jürg Bircher wollte zum Vorwurf der ungenügenden Geschäftsführung gegenüber Radio DRS erst keine Stellung nehmen. Letztlich meinte er aber: «Es kann sein, dass wir schon vor einem Jahr rigoros hätten durchgreifen müssen. Dass wir es nicht taten, ist sicher ein Fehler unsererseits.»
Rabenschwarze Zukunft
Wie es nun bei den Kloten Flyers weitergehen soll, ist ungewiss. Die Spieler wollen am Mittwoch über die weitere Zukunft beraten. Diese sieht indes nicht gut aus, denn laut Unternehmer Lehmann steht kein weiterer möglicher Retter bereit. Dem widerspricht hingegen Präsident Bircher: «Wir sind mit weiteren möglichen Investoren im Gespräch.» Um wen es sich konkret handelt, wollte Bircher aber nicht sagen.
Es bleibt zu hoffen, dass es diese Personen ernst meinen, sonst droht dem Traditionsverein Kloten nach 50 Jahren NLA-Zugehörigkeit der Konkurs. Sollte dies geschehen, bliebe den Flyers nur ein Neuanfang in der 4. Liga als Option. In diesem Fall würde die NLA-Saison 2012/2013 nur mit elf Klubs über die Bühne gehen.
(sil/bon/koem)


