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Fussball

Challenge League

FCSG: Erleichterung, aber keine Euphorie

Sonntag, 13. Mai 2012, 18:52 Uhr

Der FC St. Gallen kehrt nach einem Jahr Absenz zurück in die Super League. Der direkte Wiederaufstieg des ältesten Schweizer Fussballklubs löst in der Ostschweiz aber keine grossen Begeisterungsstürme aus. Dafür waren zu viele Auftritte der Ostschweizer zu mässig.

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Mehr als einen Monat mussten sich die Fans des FC St. Gallen gedulden, bis die Mannschaft in Locarno endlich wieder ein Spiel gewinnen konnte. Der 2:0-Sieg gegen die Tessiner war gleichbedeutend mit dem Aufstieg in die Super League. Damit hat die Mannschaft von Trainer Jeff Saibene die Erwartungen von Klub und Anhängern erfüllt. Auch wenn einiges im Argen lag.

Guter Start in die Saison

Mit einem Budget von 5,5 Millionen Franken war der FC St. Gallen als Liga-Krösus in die Challenge-League-Saison gestiegen. Der Verein leistete sich gestandene Spieler wie Germano Vailati, Ezequiel Scarione oder Alberto Regazzoni. Der Druck auf das Team war dementsprechend gross. Doch in der Vorrunde erfüllte die Mannschaft die hohen Erwartungen und überwinterte als Leader mit 9 Punkten Vorsprung.

Der Cup als Spiegelbild

Zu den Saison-Höhepunkten gehörten die beiden Heimauftritte im Cup gegen den FC Thun (2:0) und den FC Zürich (4:2). Ein böses Erwachen gab es dann aber Ende März im Cup-Viertelfinal gegen den FC Winterthur. Die St. Galler verspielten  leichtfertig eine 2:0-Führung und unterlagen nach Penaltyschiessen mit 6:7. Das arrogante und lustlose Auftreten kostete die Ostschweizer nicht nur eine Stange Geld, sondern auch viele Sympathien. Das St. Galler Publikum, dem Wille, Kampf und Leidenschaft seit jeher mindestens gleich viel bedeutet wie spielerische Glanzleistungen, wurde herb enttäuscht.

Treues Publikum mit Ansprüchen

Trotz vieler mässiger Darbietungen strömten die treuen Zuschauer in Scharen ins Stadion. Im Durchschnitt kamen 10‘500 Zuschauer zu den Heimspielen in die Arena - eine stolze Zahl. Der Blick auf den Zuschauerdurchschnitt aus der ersten Challenge-League-Saison im neuen Stadion (2008/2009: 12‘469) zeigt aber auch, dass die Geduld der St. Gallen-Anhänger nicht unerschöpflich ist. Das äusserte sich in dieser Saison darin, dass die Mannschaft bei dürftigen Leistungen erbarmungslos ausgepfiffen wurde – durchaus auch bei siegreichen Partien.

Aufstieg erdauert

Nach dem Cup-Out in Winterthur kam der FC St. Gallen nicht mehr richtig auf die Beine und profitierte vor allem davon, dass sich die Konkurrenz regelmässig gegenseitig die Punkte abnahm. So fiel nicht mehr ins Gewicht, dass der Tabellenführer im Finish der Meisterschaft (weit) über einen Monat sieglos blieb und Leistungen zeigte, die einer künftigen Super-League-Mannschaft nicht gut anstehen.

Wohin in der Super League?

Gespannt wird man in der Ostschweiz nun verfolgen, wie Sportchef Heinz Peischl und Trainer Jeff Saibene den FC St. Gallen für die Super League fit machen. Mit Marco Mathys vom FC Biel (seit der Winterpause) und Kriens-Topskorer Igor Tadic (ab Sommer) hat St. Gallen bereits 2 viel versprechende Transfers getätigt. Das alleine wird allerdings kaum reichen, damit der Meister von 2000 auch in der höchsten Schweizer Liga ernsthaft mitreden kann.

(Mario Gehrer)