Fussball
Primera Division
Die Leidenszeit der «Madridistas» ist zu Ende
Nach vierjähriger Durststrecke ist Real Madrid zurück auf dem Meisterthron der Primera Division. Der Triumph der Madrilenen über Erzrivale Barcelona ist für Trainer José Mourinho und sein Starensemble ein dickes Trostpflaster für den ausbleibenden Erfolg in der Champions League.
Bild
Es waren harte Jahre für die «Madridistas», wie die Anhänger der Hauptstadt-Klubs genannt werden. Seit ihrem letzten Titelgewinn im Frühjahr 2008 mussten sie mit ansehen, wie der Pokal für den Meistertitel drei Mal in Folge nach Barcelona ging.
Zudem triumphierte der Erzrivale in dieser Zeitspanne zweimal in der Champions League, während sich Real mit dem Gewinn des spanischen Pokals 2011 begnügen musste. Hunderte von Millionen hatte der Klub für Transfers ausgegeben, ohne dass sich das in Titeln niederschlug.
Mourinhos Genugtuung
Die Leidenszeit der Madrilenen ist mit dem Gewinn des 32. Meistertitels in der Vereinsgeschichte nun zu Ende. Trainer José Mourinho hat in der vergangenen Saison bewiesen, dass man Barcelona nicht nur im Fernduell überlegen ist, sondern die Katalanen auch in der entscheidenden Direktbegegnung vor dessen eigenem Anhang besiegen kann. Nach dem 2:1-Erfolg im Camp Nou am 21. April zweifelte niemand mehr am Titelgewinn Real Madrids.
Die gewonnene Meisterschaft ist insbesondere auch Balsam auf die Wunden von Trainer Jose Mourinho. Der gewiefte Taktiker hat endlich das Rezept gefunden, dem für sein schönes Spiel verehrten Rivalen Paroli zu bieten. Zwischenzeitlich hatte sich der streitbare Portugiese ob des Drucks in den Medien und der Kritik der Fans an seiner Spielweise in Verschwörungstheorien geflüchtet.
Ein Trio sorgt für die Tore
Dabei hätte er und vor allem Real Madrid dies gar nicht nötig. Was die Madrilenen nämlich auf dem Rasen zeigten, war meisterlich. Mourinho coachte das Team zu defensiver Stabilität. Goalie Iker Casillas und seine Vorderleute liessen im Schnitt weniger als einen Gegentreffer pro Spiel zu. Barcelona konnte das Madrider Abwehrbollwerk in den zwei «Clasicos» nur zweimal knacken.
Das Prunkstück von Real Madrid ist aber die Offensive. Während der überragende Cristiano Ronaldo (44 Tore) die Schlagzeilen beherrschte, ging fast vergessen, dass auch Gonzalo Higuain (22) und Karim Benzema (20) am laufenden Band trafen. Nie zuvor hatten in der Geschichte der Primera Division bei einem Verein gleich drei Spieler mehr als 20 Saisontreffer verbuchen können.
Mourinhos Mission noch nicht erfüllt
Ganz ungetrübt dürfte die Freude an der Meisterfeier aber nicht ausfallen, war doch der Triumph in der Champions League das grosse Saisonziel der Madrilenen.
Mit Porto und Inter Mailand hat Mourinho die begehrteste Trophäe im europäischen Klubfussball schon gewonnen. Der Gewinn der spanischen Meisterschaft dürfte für «The Special One» Antrieb genug sein, seinen Vertrag in Madrid zu erfüllen und in der nächsten Spielzeit einen neuerlichen Anlauf zu nehmen.
(gaf)


