Eishockey
WM-Rückblick 2011
WM 2011: Ein fehlender Punkt und eine tragische Nachricht
Die WM 2011 bleibt aus Schweizer Sicht aus mehreren Gründen in trauriger Erinnerung. Zum einen verpasste die Nati als 9. zum 3. Mal in den vergangenen 6 Jahren den Sprung in den Viertelfinal, zum anderen musste Nati-Coach Sean Simpson kurz vor der WM die tragische Nachricht vom Tod seines Vaters hinnehmen.
Trotz der schockierenden Nachricht vom Tod seines Vaters reiste Sean Simpson als Headcoach an die WM 2011 in die Slowakei und stand bei jedem Spiel an der Bande. «Ich habe diese Information bewusst nicht an die grosse Glocke hängen wollen. Ich will das nicht als Ausrede benützen», hatte Simpson nach dem Scheitern in der Zwischenrunde zu Protokoll gegeben.
Ein fehlender Punkt
Der Kanadier blieb trotz des Schicksalsschlags ganz Profi und erlebte mit seiner Mannschaft eine veritable Berg- und Talfahrt mit schönen Siegen, aber auch bitteren Niederlagen. Am Ende fehlte den «Eisgenossen» ein einziger Punkt, um das Minimalziel Viertelfinal zu erreichen.
Wie so oft an grossen Turnieren verlor die Schweiz die entscheidenden Punkte gegen Teams, die sei eigentlich hätte schlagen müssen. Gegen Norwegen (2:3) und Frankreich (1:0 nach Verlängerung) konnten in der Vorrunde von 6 budgetierten Punkten nur deren 2 geerntet werden.
Gegen die arrivierten Nationen Kanada (3:4 nach Verlängerung), Schweden (0:2) und die USA (5:3) sahen die Schweizer nicht nur gut aus, sondern waren teilweise die bessere Mannschaft. Das Fazit lautete darum auch in Bratislava einmal mehr: defensiv top, offensiv flop.
Das alte Lied: Mangelnde Torausbeute
Die mangelnde Effizienz vor dem Tor konnte die Nati auch 2011 noch nicht beheben. In der entsprechenden Statistik nach der WM landete die Schweiz auf dem drittletzten Platz. Nur 7,7 Prozent aller Torversuche waren erfolgreich. Schlechter schnitten nur Absteiger Österreich und Frankreich ab.
So waren am Ende der WM 2011 aus dem Schweizer Lager leider nur allzu bekannte Worte zu hören: «Wir waren gegen schlechtere Mannschaften nicht bereit», meinte beispielsweise Anaheim-Verteidiger Luca Sbisa. Doch wir müssen daraus lernen.» Ob der Lernprozess abgeschlossen ist, wird sich ab dem 4. Mai an der WM 2012 in Helsinki zeigen.
(sil)


