WM 2012
Team Canada
Phaneuf: «Wir mögen das grosse Eisfeld»
Mit 25 Jahren gehört Dion Phaneuf bereits zu den Routiniers im Team Canada. Und der Captain der Toronto Maple Leafs ist einer von nur 2 Spielern im Team, die beim letzten WM-Titel Kanadas 2007 dabei gewesen waren. Im Interview spricht der NHL-Verteidiger über den damaligen Erfolg, über Kanadas Chancen an der kommenden WM und über die Schweiz.
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Dion Phaneuf, Sie sind das erste Mal in der Schweiz. Wie gefällt es Ihnen hier?
Dion Phaneuf: Oh, es ist wunderbar. Viel habe ich zwar bislang noch nicht gesehen, aber wir haben einen Bummel durch Zürich gemacht. All die alten Gebäude und die Kultur hier, das gibt es bei uns in Kanada ja nicht. Ein wirklich schöner Fleck!
Aber Sie sind ja eigentlich nicht zum Sightseeing hier, sondern um Eishockey zu spielen. Beim 2:1-Sieg am Sonntag bekundete Kanada einmal mehr grosse Mühe gegen die Schweiz. Wieso?
Na ja, alles in allem sind wir mit unserer Leistung zufrieden. Wir spürten noch immer ein bisschen den Jetlag in unseren Beinen und hatten erst 2 Trainings zusammen absolviert. Die Schweiz ist kein einfacher Gegner. Dass wir gewinnen konnten, war wichtig für die Stimmung im Team.
Anders als bei anderen Nationen kommen die kanadischen Spieler unter dem Jahr nur gerade für die WM zusammen. Ist es schwierig, in so kurzer Zeit zu einer verschworenen Einheit zu werden?
Man muss so schnell wie möglich so nahe wie möglich zusammenrücken. Das gelingt uns jeweils sehr schnell. Wir kommen gut miteinander aus und haben Spass zusammen. Das sind alles grossartige Jungs und ich freue mich auf die kommenden Wochen mit ihnen.
Ihnen bietet die WM auch Gelegenheit, eine missratene Saison doch noch positiv abzuschliessen. Die Enttäuschung darüber, dass Sie mit den Toronto Maple Leafs die Playoffs verpasst haben, dürfte gross gewesen sein.
Die Enttäuschung ist immer riesig, wenn man die Playoffs nicht erreicht. In diesem Jahr besonders, da wir lange auf Kurs gewesen waren. Nun ist es mir eine Ehre, mein Land zu repräsentieren - mit der Möglichkeit, WM-Gold zu gewinnen. Das würde definitiv für einiges entschädigen...
Sie wissen ja, wie es sich anfühlt, WM-Gold zu gewinnen. Sie sind nebst Goalie Cam Ward der einzige Spieler, der schon 2007 in Russland dabei war, als Kanada zum letzten Mal den Titel holte.
Es ist eine grossartige Erfahrung, das Turnier zu gewinnen und etwas, das man nie vergisst. Aber es ist nicht einfach, Weltmeister zu werden. Die konkurrenz ist gross und es gibt fast jedes Jahr einen anderen Weltmeister.
Hat die diesjährige Ausgabe des Team Canada, was es braucht, um Weltmeister zu werden?
Wir sind eine junge Mannschaft mit hungrigen, talentierten und sehr schnellen Spielern. Wir mögen das grosse Eisfeld in Europa, weil wir da unsere Schnelligkeit ausnutzen können. Der Mix im Team stimmt mich positiv, aber wir müssen Tag für Tag an uns arbeiten, um noch besser zu werden.
Sprechen wir noch über Ihren Trainer, Brent Sutter. Sie sind wohl derjenige Spieler, der ihn am besten kennt. Er war in Calgary während 2 Saisons ihr Coach und zuvor gewannen Sie 2005 die U20-WM mit ihm. Was ist er für ein Typ?
Er ist ein Trainer, der unheimlich viel von seinen Spielern verlangt. Er fordert harte Arbeit von uns in jedem Training und lässt es nicht zu, dass jemand nicht zu 100 Prozent bei der Sache ist.
(Interview: Vincent Bongard)


