Fussball
Super League
Heiko Vogel - der rasante Aufstieg des Assistenten
Er begann als Assistent, wurde zum Interimstrainer und beendet die Saison als Meistercoach: Heiko Vogel, der sympathische Pfälzer, der den FC Basel zum Titel führte und zwischendurch die ganze Fussball-Schweiz jubeln liess.
Der FC Basel hatte auf dem Weg zum Titel eigentlich nur eine Schrecksekunde zu überstehen - als Coach Thorsten Fink im Oktober zum Hamburger SV ging: «Wir waren darauf logischerweise nicht vorbereitet und mussten diese Situation verkraften. Die Mannschaft und der Klub haben dann gemeinsam entschieden, dass dieser Herr, der jetzt an der Linie steht, der richtige ist», meinte Basels Präsident Bernhard Heusler über Meister-Coach Heiko Vogel.
Anzug statt kurze Hosen
Heiko Vogel, der noch nie ein Profiteam als Chef-Trainer geführt hatte und die kurzen Hosen nun zeitweise gegen einen Anzug tauschen musste, führte die Arbeit von Thorsten Fink nahtlos fort. Die Mannschaft hatte sich in der schwierigen Situation explizit für den 36-jährigen Pfälzer ausgesprochen. Die Klubleitung hörte auf das Team und beförderte Vogel zum Chef. Die Anstellung war vorerst interimistisch – doch der neue Präsident Bernhard Heusler liess wenig Zweifel aufkommen, dass man sich Vogel auch längerfristig vorstellen kann.
Ausgerechnet die Bayern
Gar keine Diskussionen mehr gab es dann nach dem Triumph in der Champions League über Manchester United. Die Basler zogen als erstes Schweizer Team überhaupt in die Achtelfinals ein. Dort wartete ausgerechnet Bayern München, wo Vogel lange als Junioren-Trainer gearbeitet hatte und unter anderem Spieler wie Philipp Lahm, Thomas Müller oder Holger Badstuber geformt hatte.
Definitiv keine Grenzen mehr kannte die Euphorie, als Vogels Team im St.Jakob-Park gar noch das Hinspiel gegen die Bayern mit 1:0 gewonnen hatte. Im Rückspiel gingen die Basler in München dann mit 0:7 unter, vielleicht der einzige Klecks im Reinheft des Heiko Vogel.
Noch ein weiterer Sieg zum Double
In der Schweiz blieb Vogel dagegen makellos, unter seinem Regime verlor der FCB in Meisterschaft und Cup nicht ein einziges Spiel. Somit winkt Vogel am 16. Mai im Cupfinal gegen den FC Luzern gar noch ein zweiter Titel.
Ein zweiter Pokal wäre die Krönung eines Märchens, auf dessen Fortsetzung man gespannt sein darf. Beim FC Basel steht ein grosser Umbruch an. Und Heiko Vogel, der Mann aus Wachenheim an der Weinstrasse, ist auch in seiner Heimat ein bekannter und gefragter Mann geworden. Die Leistungen der Basler in der Champions League sind auch der Bundesliga nicht verborgen geblieben. Immerhin hätte der FC Basel nun Erfahrung, wie man mit solchen Situationen umgehen muss.
(ac)


