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Fussball

Super League

Ein Hattrick in Perfektion

Sonntag, 29. April 2012, 18:03 Uhr

Nach sensationellen Auftritten in der Champions League und dem Einzug in den Cupfinal hat der FC Basel seine beste Super-League-Saison aller Zeiten mit dem 3. Meistertitel in Serie gekrönt. Ein Triumph, der nur noch Formsache war und die logische Folge einer perfekten Mischung ist.

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Ein Mix aus jungen Talenten und erfahrenen Führungsspielern, ein Trainer, der den schmalen Grat zwischen Nähe und Distanz zu seinen Spielern zu gehen vermochte und eine Vereinsführung, welche den Profis ein hervorragendes Umfeld bietet. All diese Komponenten führten zur totalen Dominanz des FCB in der Saison 2011/2012 und zum 15. Meistertitel - 5 Spiele vor Ende der Saison.

Schlechter Saisonstart

Erstmals in der Klubgeschichte schafften die Basler den Titel-Hattrick - dabei hatte die Saison nicht gut begonnen: In den ersten 6 Partien gab es nur einen einzigen Sieg. Nach Pleiten gegen den FCZ und Luzern lag das Team des damaligen Trainers Thorsten Fink am 20. August an drittletzter Stelle. In der Woche darau feierte Rot-Blau einen 2:1-Erfolg gegen den damaligen Leader Thun - und der Meisterexpress nahm Fahrt auf. In 23 Liga-Spielen in Folge gab es keine Niederlage mehr.

Letztmals war 1998 eine Mannschaft derart überlegen Meister geworden wie die FCB-Ausgabe 2012: GC schloss damals die Finalrunde mit 16 Punkten Vorsprung auf Servette ab. 2004 hatte Basel mit nur 3 Niederlagen in 36 Spielen ebenfalls souverän den Titel gefeiert - allerdings wurde der Triumph «erst» 3 Runden vor Schluss perfekt, und der Vorsprung auf das zweitplatzierte YB betrug «nur» 13 Zähler.

Definitionsmacht des FCB

Der FCB dominierte die Super League derart, dass er sich sozusagen selber zum Meister ausrufen konnte. Sportlich stand der Titelgewinn schon lange fest. Offenbar im Bestreben, den Titel unbedingt mit einem Heimspiel feiern zu dürfen, weigerte sich die Klubführung aber solange, das Wort «Meister» in den Mund zu nehmen, bis die Konkurrenz auch mit der letzten juristischen Möglichkeit keine rechnerische Titelchance mehr hatte.

Starke Defensive und talentiertes Mittelfeld

Die Basler verfügten in der Saison 2011/2012 auf jeder Position über individuelle Klasse, mit der kein anderer Schweizer Klub mithalten konnte. Yann Sommer ist bereits im Alter von 23 Jahren einer der besten Torhüter der Liga. Die Verteidigung um den argentinischen Abwehrchef David Abraham fing sich nach einem schwachen Start auf und stoppte in der Champions League sogar den Angriff von Manchester United.

Das Mittelfeld mit Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka und Fabian Frei ist nicht nur bei den Baslern, sondern auch bei der Nationalmannschaft bereits ein sicherer Wert. Das Sturmduo Alex Frei/Marco Streller überstrahlte auch in dieser Saison wieder alle anderen Gegner. Frei erzielte bisher 22 Tore und führt damit die Torschützenliste deutlich an - vor Teamkollege und Captain Streller (11 Tore). 

Titel ist auch Vogels Verdienst

Doch Basels Erfolg ist auch der Verdienst von Heiko Vogel. Nach Thorsten Finks Abgang zum Hamburger SV übernahm der bisherige Assistent die Mannschaft interimistisch. Vogel führte die Arbeit seines Vorgängers weiter. Zudem schaffte es der «Kumpeltyp», sich im Team den nötigen Respekt zu verschaffen und die Equipe weiter zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammen zu schweissen.

Interimistisch geht der 35-Jährige am Rheinknie längst nicht mehr zu Werke. Nachdem seine Mannen in der Champions League für Furore gesorgt hatten, konnte die FCB-Vereinsführung nicht mehr anders, als Vogel einen Vertrag als Cheftrainer bis Juni 2014 zu unterbreiten.

Bald der grosse Umbruch?

Für Vogel dürften die kommenden 2 Jahre zur grossen Herausforderung werden, denn im St. Jakob-Park steht ein Umbruch an. Mehrere Leistungsträger werden den Klub wohl verlassen. Xherdan Shaqiri hat bereits bei Bayern München unterschrieben, Granit Xhaka, Alexander Dragovic und David Abraham sind in Europa heiss umworben. Auch ein Abgang von Goalie Yann Sommer, Valentin Stocker oder Fabian Frei ist in naher Zukunft nicht auszuschliessen. Zudem wird Benjamin Huggel seine Karriere beenden.

Über all diese personellen Veränderungen wird sich Vogel und die FCB-Führung um den beliebten Präsidenten Bernhard Heusler bald einmal Gedanken machen müssen. Vorerst darf nun aber der Meistertitel gefeiert werden - der siebte seit 2002.

Das beste Jahrzehnt der FCB-Geschichte («sportpanorama»)

(rst/bon/boe)