WM 2012
WM 2012
Simpson: «Ab Viertelfinal ist alles möglich»
Am 4. Mai beginnt in Helsinki und Stockholm die 76. WM. Für Nati-Trainer Sean Simpson wird es die 3. Endrunden-Teilnahme mit der Schweiz sein. Im Interview spricht er über die Tests gegen die grossen Nationen, den neuen Modus an der WM und erklärt, was für Lehren aus dem Scheitern vor Jahresfrist gezogen wurden.
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Sean Simpson, im Gegensatz zu früheren Jahren können Sie mit der Nati in der Vorbereitung gegen Nationen wie Finnland, Schweden und Kanada testen. Wie wichtig ist dies für Sie und die Spieler?
Simpson: Wir würden gerne gegen solche Gegner auch im November oder Dezember spielen. Aber wir dürfen nicht, da diese Teams einen Vertrag untereinander haben. Es wäre toll, schon vorher gegen Russland etc. zu spielen. Aber es ist sicher sehr positiv für uns, dass wir gegen diese Mannschaften in der unmittelbaren WM-Vorbereitung antreten können. Wir haben in der Schweiz gegen Finnland gut gespielt und zuletzt eine sehr erfolgreiche Woche in Schweden gehabt. Solche Partien sind etwas Besonderes für uns, es sind sehr gute WM-Tests für uns.
Mit Leonardo Genoni und Jonas Hiller haben zwei Top-Torhüter für die WM abgesagt. Waren Sie von diesen Entscheidungen überrascht bzw. enttäuscht?
Von Hiller habe ich es ein wenig erwartet. Er hat für die Anaheim Ducks 73 Spiele absolviert. Es war eine Enttäuschung, aber keine Überraschung. Eine solche war die Absage von Genoni. Er ist der Meinung, dass er nicht in Top-Form ist. Wir schauen nach vorne. Lukas Flüeler ist nun da, er hat super Playoffs gespielt. Zum Glück haben wir in der Schweiz so viele gute Torhüter.
Wird deshalb die Torhüterfrage die schwierigste Entscheidung bei der Matchaufstellung?
Tobias Stephan und Reto Berra haben beide in Schweden eine sehr gute Leistung gebracht. Nun gilt es zu entscheiden, wer in den Spielen gegen Kanada das Tor hütet. Das Wichtigste ist nun, dass wir das Trio beisammen haben. Alles andere wird sich ergeben.
An der WM gibt es einen neuen Modus, gespielt wird nur noch in zwei statt wie bislang in vier Gruppen. Inwiefern hat dies die WM-Vorbereitung beeinflusst?
Die grosse Veränderung an der WM ist, dass wir nun 7 Spiele in 11 Tagen und nicht wie früher in 14 oder 15 Tagen zu absolvieren haben. 7 Partien in 11 Tagen ist wirklich ein hoher Rhythmus. Jeder Spieler muss alles geben. Für uns ist zudem neu, dass wir ganz genau wissen, gegen wen wir spielen. Das ist auch sehr gut für die Medien und für die Fans. Wie sich der Modus auf das Sportliche auswirkt, werden wir sehen.
Im letzten Jahr verpassten Sie mit der Nati die Viertelfinals. Was für Lehren konnten Sie daraus ziehen?
Ich habe von den letzten beiden Weltmeisterschaften gelernt. Vor 2 Jahren in Mannheim lief alles sehr gut für uns. Trotz vielen Absagen nach den Olympischen Spielen wurden wir Fünfte, das beste Resultat seit vielen Jahren. 2011 war weniger gut, es lief nicht für uns. Aber so ist die WM. Der Grat zwischen Erfolg und Misserfolg ist extrem schmal. Wir hoffen auf eine Wiederholung des Resultats von vor 2 Jahren, vielleicht noch einen Tick besser. Wenn wir in den Viertelfinals stehen, ist alles möglich.
In den ersten beiden Spielen heissen die Gegner Kasachstan und Weissrussland - wegweisende Partien bezüglich der Viertelfinal-Qualifikation.
Alle Spiele sind wichtig. Sicher, wir wollen einen guten Start haben. In Mannheim 2010 hatten wir einen super Beginn mit Siegen gegen Lettland und Italien. Vor einem Jahr holten wir gegen Frankreich 2 Punkte und schlugen Weissrussland. Ein guter Start ist absolut wichtig und nötig, das bringt dich schnell auf den richtigen Weg. Ansonsten werden alle nervös, inklusive Fans und die Medien.
(Interview: Philippe Jäggi)


