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Mourinhos sanfte Töne, Ronaldos gerissene Serie

Donnerstag, 26. April 2012, 11:41 Uhr

Mit dem Halbfinal-Out Real Madrids gegen Bayern München ist José Mourinho die Chance auf den 3. Champions-League-Triumph mit 3 verschiedenen Klubs vorerst verwehrt geblieben. Nichtsdestotrotz schlug der 49-Jährige erstaunlich ruhige Töne an - und nahm Cristiano Ronaldo in Schutz.

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José Mourinho ist bekannt für seine Wutausbrüche an der Seitenlinie, seinen Zynismus. Doch am Mittwochabend kam bei Reals Star-Trainer kein Sarkasmus auf. Stattdessen zeigte der Portugiese nach der dramatischen 1:3-Niederlage im Penaltyschiessen des Champions-League-Halbfinals gegen den FC Bayern Grösse. So kam er nach der Partie in die Kabine der Münchner und gratulierte Bayern-Coach Jupp Heynckes sowie jedem einzelnen Spieler zum Erfolg. «Das hat Stil, das hat Klasse. Das war eine ganz tolle Geste», so Heynckes beeindruckt.

Chance auf das «Triple» zerstört

Doch nicht nur mit dieser Aktion dürfte Mourinho so manchen überrascht haben. Denn nach dem 2. Halbfinal-Out in Folge mit Real bleibt dem 49-Jährigen ein einmaliger Erfolg vorerst verwehrt. Der Portugiese, der 2004 mit Porto und 2010 mit Inter Mailand den wichtigsten Klubwettbewerb gewonnen hatte, hätte der erste Trainer werden können, dem dieses Kunststück mit 3 verschiedenen Mannschaften gelingt.

«Bin stolz auf die Spieler»

Trotz dieser doppelten Niederlage betonte Mourinho: «Ich bin unglaublich stolz auf die Spieler». Und der Portugiese nahm Spekulationen bezüglich seines Vertrags den Wind aus den Segeln. «Wenn der Klub und die Spieler wollen, dass ich weitermache, tue ich dies», liess er unmittelbar nach Spielende verlauten. Denn der Portugiese, dessen Kontrakt bis 2014 läuft, hat seine Mission beim spanischen Rekordmeister offensichtlich (noch) nicht erfüllt. So sagte er, dass Real nach dem 2. Halbfinal in Folge «verdient hätte zu gewinnen.»

Ronaldos bitterer Abend

Einen besonders bitteren Abend erlebte Real-Lichtgestalt Cristiano Ronaldo. Vor dem Spiel hatte er getönt: «Egal, gegen wen wir im Finale spielen werden: Wer da sein wird, ist Madrid.» Und nach 14 Minuten deutete auch alles darauf hin, dass «CR7» seine vollmundigen Prophezeiungen in die Realität umsetzen würde. Nach seinem 25. verwerteten Penalty in Serie und seinem 56. Saisontreffer (!) zum 2:0 sah alles nach dem Finaleinzug der «Königlichen» aus.

Penaltyschiessen als «Lotterie»

Doch ausgerechnet im Penaltyschiessen riss Ronaldos Serie. Er lief als erster Real-Akteur an – und sah seinen Schuss vom glänzend reagierenden Bayern-Keeper Manuel Neuer pariert. Für den 27-jährigen Portugiesen war es der erste Fehlversuch seit Dezember 2009 (gegen Almeria). Doch Mourinho nahm seinen Landsmann in Schutz: «Wenn man zwei Stunden an seinem Limit gespielt hat, ist es nicht leicht, einen Elfmeter zu verwerten.» Real-Keeper Iker Casillas gab zu, dass die Niederlage ein harter Schlag sei. «Aber Penaltys sind immer eine Lotterie.»

Die beiden Penaltys von Ronaldo («sportlive»)

(sas)