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Champions League
Di Matteos Gesellenstück gegen Barcelona
Eigentlich war Roberto Di Matteo nicht zu beneiden, als er beim kriselnden Chelsea vom Assistenten zum Trainer befördert wurde. Der gebürtige Schaffhauser hat bei den Londonern den «Blues» aber offensichtlich vertrieben. Mit dem Einzug in den CL-Final hat er sein Gesellenstück abgeliefert.
«Es war ein schwieriger Abend, voller Emotionen», schwärmte Di Matteo beim Sieger-Interview nach dem Spiel. Es war in der Tat schwierig für Chelsea. Barcelona zog von Beginn an sein dominantes Spiel auf. Bis Mitte der zweiten Halbzeit schraubten die Katalanen die Ballbesitz-Prozentzahl auf 75 Punkte, ein gewohntes Bild in dieser Saison.
Zu Zehnt zum Erfolg
Di Matteo hatte sich aber für die richtige Taktik entschieden. Chelsea zog bei der übermächtig scheinenden Barça-Offensiv-Walze mit einer starken Defensivleistung die Handbremse. Und kam doch einmal ein Spanier gefährlich zum Abschluss, verhinderte ein glänzend aufgelegter Petr Cech mit seinen Paraden Schlimmeres.
«Es war eine schwierige 2. Halbzeit mit 10 Spielern gegen 11 Spieler von Barcelona. Doch sie haben alles gegeben und mehr konnte ich von meiner Mannschaft nicht verlangen» , meinte Di Matteo anerkennend. Euphorischer gab sich da der Direktbeteiligte Frank Lampard: «Jeder ist da draussen für den anderen gestorben», unterstrich der Mittelfeld-Akteur die Aufopferungsbereitschaft der «Blues».
Reumütiger Terry
Jene Bereitschaft interpretierte ausgerechnet Chelsea-Captain John Terry bei seiner roten Karte etwas gar eigenwillig. Letztlich erwies er seinem Team mit dem Platzverweis aber keinen Bärendienst. «Ich möchte mich bei der Mannschaft entschuldigen. Mir sind die Nerven durchgegangen. Die rote Karte war völlig berechtigt», gab der «Sünder» nach der Partie reumütig zu Protokoll. Nur kommt die Einsicht für ihn leider zu spät, er wird beim wichtigsten Spiel des Jahres, dem Champions-League-Final am 19. Mai in München, gesperrt fehlen.
Folgt nun das Meisterstück?
Auf wen Chelsea im Final trifft, ob Real Madrid oder Bayern München, ist Di Matteo egal: «Wir sind im Final der Champions League. Da ist es egal, gegen wen wir spielen.» Der Antwort folgte ein verschmitztes Lächeln. Gut möglich, dass der bald 42-Jährige bereits einen Siegesplan bereit hält. Es wäre dann sein Meisterstück und Chelsea käme wohl nicht darum herum, Di Matteo vom Interims- zum Chefcoach zu befördern.
(sil)


