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Eishockey

Playoff-Final

Bob Hartley: «Was für ein verrücktes Team»

Mittwoch, 18. April 2012, 0:17 Uhr

Der Weg zum 7. Meistertitel der ZSC Lions war spektakulär. Nach einem 1:3-Rückstand in der Playoff-Finalserie gegen Bern holten die Zürcher in der «Finalissima» dank einem Tor 2 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit den Titel. «Das ist das Spiegelbild unserer Saison», so Meistertrainer Bob Hartley.

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Interview mit Steve McCarthy («sportlive»)

Fast 50 Minuten hatten sich die ZSC Lions im 7. Playoff-Finalspiel in der Hauptstadt von Bern dominieren lassen müssen. Doch dann drehten die Stadtzürcher auf, erarbeiteten sich plötzlich Chancen - und kamen 2 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit dank Steve McCarthy zum Siegestor in der «Belle». «Ich bin sprachlos», so der ZSC-Kanadier. «Wir haben viel durchgemacht in dieser Saison.»

Die Erinnerung an 2001

Nach zwei «Sweeps» (4:0 in der Serie) im Playoff-Viertelfinal gegen Davos und im Halbfinal gegen Quali-Sieger Zug musste der Quali-7. dann gegen Bern gleich 3 Mal als Verlierer vom Eis und stand vor Spiel 5 mit dem Rücken zur Wand. Doch wie 2001 gegen Lugano drehte Zürich die Finalserie nach 1:3-Rückstand und wehrte gegen Bern zwei Matchpucks ab - den ersten dank einem Overtime-Tor von Captain Mathias Seger in der 5. Partie in Bern.

«Wir haben immer mehr und mehr an den Titel geglaubt», so Seger. «Dass wir gewinnen konnten, ist natürlich grossartig.» Der gebürtige St. Galler, der bereits zum 4. Mal nach 2000, 2001 und 2008 mit seinen Lions Meister wurde, machte aber auch Bern ein Kompliment. «Wir kamen erst in den letzten paar Minuten auf», gestand er ein.

Interview Mathias Seger («sportlive»)

Spektakuläres Ende einer spektakulären Serie

Sekunden vor Schluss, als beide Teams gedanklich wohl schon in der Verlängerung waren, brachte Andres Ambühl den Puck aufs Tor, Jeff Tambellini kickte ihn zu McCarthy und dieser hatte plötzlich freie Bahn. «Das ist einfach unglaublich», so der Siegestorschütze. Es war das wohl spektakulärste Ende einer Finalserie - der sechsten seit 1998, die über die volle Distanz ging.

«Wir gewinnen 2 Sekunden vor Schluss, was ist das nur für ein verrücktes Team», so Meistertrainer Bob Hartley. «Ich arbeite mit unglaublichen Spielern zusammen», frohlockte der 51-Jährige. ZSC-Keeper Lukas Flüeler zeigte sich ebenso beeindruckt: «Ich kann es noch gar nicht glauben, dass wir es so knapp vor Schluss geschafft haben.»

Konsternierung bei Bern

So unbändig die Freude über den 7. Meistertitel bei den ZSC Lions, so konsterniert zeigten sich die Akteure des SCB. «Das ist bitter», sagte Berns Martin Plüss. Gleiches befand auch SCB-Trainer Antti Törmänen: «Wir waren in den ersten beiden Dritteln viel besser», so der Finne.

Interview Antti Törmänen («sportlive»)

Rüthemann: «Zürich stahl den Sieg nicht»

Berns Ivo Rüthemann, der zu Beginn des 2. Drittels den 1:1-Ausgleich für Bern erzielt hatte, analysierte nüchtern: «Das Momentum kippte ein wenig zum Schluss.» Nichtsdestotrotz zollte der SCB-Flügel auch dem Finalgegner Respekt: «Zürich hat den Sieg über die 7 Spiele gesehen sicher nicht gestohlen».

Lions-Coach Hartley, der 2011 mit den Colorado Avalanche den Stanley Cup gewonnen hatte, jubelte: «Das ist das Spiegelbild unserer Saison.» Sein Ziel sei es gewesen, mit seinen Spielern das Schweizer Eishockey zu schocken. Dass die ZSC Lions das geschafft haben, würden die Spieler des SC Bern wohl als erste unterschreiben.

Interview Bob Hartley («sportlive»)

(sas)