Fussball
Champions-League-Halbfinal
Bayern - Real: «Bestia negra» gegen «weisses Ballett»
Am Dienstag kommt es im Champions-League-Halbfinal zum Gipfeltreffen zwischen Bayern München und Real Madrid. Der deutsche Rekordmeister gilt als Angstgegner des «weissen Balletts» und will sich auch im Hinspiel als unbezähmbare «bestia negra» erweisen.
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Wenn der spanische Boulevard Schlagzeilen zu Bayern München kreieren muss, greifen die Medienschaffenden regelmässig zum martialischen Ausdruck «bestia negra». Der Begriff bedeutet übersetzt in etwa «Angstgegner». Und auch wenn Real in der derzeitigen Verfassung wohl vor keinem Team Angst haben muss, so dürfte der spanische Tabellenführer doch grössten Respekt vor dem deutschen Rekordmeister haben, zumal das Team von José Mourinho nur 6 von 18 Duellen in der Champions League gegen die Bayern gewinnen konnte. Zuletzt scheiterten die Madrilenen im Achtelfinal 2007 an den Bayern.
Die «Bestie» in diesem Jahr zu zähmen, dürfte für Cristiano Ronaldo und Co. aber erneut schwierig werden, denn die Münchner sind hungrig; hungrig auf den Final der Königsklasse im eigenen Stadion.
Robbens offene Rechung
Zudem hat ein Bayern-Akteur noch eine Rechnung mit den Madrilenen offen: Bayerns-Offensivstar Arjen Robben. Der Niederländer war im August 2009 von den «Königlichen» für 24 Mio. Euro an die Bayern abgeschoben worden, obwohl er den Verein nicht verlassen wollte. Grund genug, dem Ex-Arbeitgeber einen einzuschenken. Der 28-Jährige will aber nichts von einem besonderen Spiel wissen: «Ich bin ja schon drei Jahre in München. Ich muss niemandem etwas beweisen.»
Auch Bayern-Coach Jupp Heynckes eine spezielle Verbindung zum Halbfinal-Gegner. 1998 führte der mittlerweile 66-jährige Deutsche Real zum Champions-League-Titel. «Zwei Mannschaften begegnen sich auf Augenhöhe», sagte Heynckes mit Blick auf das Gipfeltreffen. «Die Gier, die Leidenschaft, die Sehnsucht auf Erfolg», entscheide letztlich über das Weiterkommen. Nach der wohl verpassten nationalen Meisterschaft dürfte die Motivation der Bayern, auf internationalem Parkett einen Titel zu holen, umso grösser sein.
Madrids Trumpf: Die Offensive
Dem stellt Madrid geballte Offensiv-Power entgegen. Mit Cristiano Ronaldo verfügt Real derzeit über den wohl besten Angreifer der Welt, neben Barças Lionel Messi. In 48 Pflichtspielen traf der Portugiese 53 Mal ins Schwarze. Mit 41 Toren ist er zusammen mit Messi derzeit Torschützenleader in der Primera Division. Neben Ronaldo sorgen aber auch der Franzose Karim Benzema und Gonzalo Higuain (Arg) für Angst und Schrecken in den gegnerischen Strafräumen.
Doch auch die Bayern verfügen neben Robben mit dem deutschen Internationalen Mario Gomez und Franck Ribéry (Fr) über einen offensiven Dreizack. Das sieht auch Reals defensives Gewissen Xabi Alonso so: «Bayern und wir haben bemerkenswertes offensives Potenzial», deshalb sieht er den Schlüssel zum Erfolg in einer «Schlacht im Mittelfeld».
Hoffen auf Spektakel
Ob es also ein «Spektakel» wird, wie es Heynckes prophezeit, bleibt abzuwarten. Sicher indes ist, dass die Bayern die «bestia negra» freilassen werden. Oder wie es FCB-Captain Philipp Lahm formulierte: «Wir werden von Anfang an fighten und alles daran setzen zu gewinnen - und wenn nicht, wenigstens 0:0 zu spielen.»
(sil)


