Eishockey
Playoff-Talk
Froidevaux: «Davon träumt man als Bub»
SCB-Flügel Etienne Froidevaux bestreitet am Dienstag im 7. Spiel der Playoff-Finalserie gegen den ZSC seine letzte Partie im SCB-Dress. Im Playoff-Talk spricht er über seinen Bubentraum und erklärt, warum man in entscheidenden Spielen nicht zuviel denken soll.
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Etienne Froidevaux, wie haben Sie das Vergeben des 2. Matchpucks verdaut?
Froidevaux: Gut. Wir können es uns nicht erlauben, den vergebenen Chancen nachzutrauern. Ein 4:1-Sieg gegen die Lions wäre auch nicht gerecht gewesen, denn sie sind ein gutes Team. Nun haben wir ein entscheidendes 7. Spiel. Vor so einer Kulisse auflaufen zu können, davon träumt man schon als kleiner Bub. Ich freue mich riesig darauf!
Die Stimmung im Team hat also nach den beiden Niederlagen nicht gelitten?
Nein. Wir haben genug Erfahrung. Es bleibt noch ein Spiel und das beginnt bei 0:0.
Nun kommt es zur berühmt berüchtigten Finalissima. Spürt man die Spannung auch in der Garderobe?
Am Tag vor der Partie ist die Stimmung normal. Am Matchtag selber spürt man die Nervösität schon. Ich sage mir immer: «Es ist ein Spiel wie jedes andere auch.» Man darf sich selbst nicht zu fest unter Druck setzen.
Keine leisen Zweifel, weil man bereits zwei Chancen verpasst hat, um den Sack zuzumachen?
Nein, wenn man mit Zweifeln ins Spiel geht, dann sieht man das von den Zuschauerrängen aus. Auch der Gegner merkt das. Das darf man niemals zeigen. Wir sind überzeugt von uns. Wir haben ein gutes Team und haben bis jetzt ein gutes Playoff gespielt. Ich hoffe, dass wir das am Dienstag gut beenden.
Gibt es vor so einem Spiel noch taktische Geheimnisse? Was wird noch besonders trainiert?
Erstens geht es darum, sich zu bewegen, damit man am Matchtag gute Beine hat. Andererseits gibt es schon noch einige taktische Veränderungen, da der Gegner ja auch Umstellungen vornimmt. Wir wollen dementsprechend darauf reagieren.
Gehen wir noch einmal zurück auf die mentale Ebene. Wie steigen Sie in so ein wichtiges Spiel?
Ich steige mit viel Vorfreude in die Partie, ich denke, das ist das Wichtigste. Ich liebe es, an solchen Partien teilzunehmen. Solche Matches zeigen, wer ein wirklicher Sieger ist. Ansonsten gilt es hart zu spielen und alles zu geben. Ja nicht zuviel denken, einfach spielen.
Da Sie nach Langnau wechseln wird es für Sie das letzte Spiel im SCB-Dress sein. Kommt da nicht auch ein bisschen Wehmut auf?
Nein, nein. Ich hatte sehr schöne Momente in Bern und habe immer hart gearbeitet. Mein Ziel ist es, den SCB mit einem Sieg zu verlassen, und dafür werde ich alles geben.
In Spiel 3 haben Sie das Game-Winning-Goal mit einem «Buebetrickli» erzielt. Das wäre doch auch etwas für Spiel 7 am Dienstag…
Ja sicher! Wie schon gesagt, als Bub träumt man davon, an solchen Spielen teilnehmen zu dürfen. Nicht nur mitzuspielen, sondern vielleicht auch die entscheidende Aktion zu haben. Wer es am Ende sein wird, ist mit egal. Es muss einfach ein SCB-Spieler sein.
(Interview: Silvio Kern)


