Eishockey
Playoff-Final
Joël Vermin: «Der Meistertitel ist ein Tabu-Thema»
Mit Spielern wie Marco Bührer, Beat Gerber, Ryan Gardner, Ivo Rüthemann oder Martin Plüss verfügt der SC Bern über eine «Meistertitel-erfahrene» Mannschaft. Für andere Akteure könnte der Triumph im Playoff-Final aber eine Premiere sein: zum Beispiel für Stürmer Joël Vermin.
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«Ich kam gerade von der U18-WM nach Hause und konnte so nicht wirklich mitfeiern», erzählt der 20-jährige Joël Vermin über den letzten Titel des SC Bern im Jahr 2010. Der Flügelstürmer gehörte damals zum erweiterten Kader des SC Bern und kam in der Qualifikation zu 12 Einsätzen.
Leistungsträger in 1. Playoff-Saison
Ein Jahr später gelang Vermin der grosse Sprung in die 1. Mannschaft. Der Sohn eines Niederländers und einer Ungarin konnte sich mit seinem gradlinigen Spiel und seinem Torinstinkt sofort im Ensemble der «Mutzen» etablieren. Nach 8 Punkten in der Qualifikation folgte in den Playoffs mit 6 Zählern in 11 Spielen ein weiterer Schritt nach vorne. «Ich habe meine Stärken eher in der Offensive. Das soll natürlich nicht heissen, dass ich meine Defensivarbeit vernachlässige», meint Vermin zu seinen Vorzügen.
In der Paradelinie
In der laufenden Saison gehört Vermin mit anderen Akteuren wie Christoph Bertschy, Pascal Berger oder Tristan Scherwey zur neuen Generation beim SCB, die den Durchbruch schafften und auch in Krisenzeiten verlässliche Werte darstellten.
Vermins Rolle wird von Coach Antti Törmänen bereits so hoch geschätzt, dass er ihn nach dem Ausfall von Jean-Pierre Dumont im 3. Finalspiel in die 1. Linie neben Byron Ritchie und Pascal Berger beförderte. «Ich versuche, als junger Spieler Energie ins Team zu bringen und mit Zug auf das Tor Chancen zu kreieren, gute Pässe zu spielen und Tore zu schiessen», so Vermin über seine Rolle im SCB-Angriff.
Keine Gedanken an den Titel
Nun winkt Vermin also der 1. Titel, bereits am Donnerstag nach dem 5. Finalspiel gegen die ZSC Lions könnte es soweit sein. Ganz Profi, denkt Vermin natürlich noch nicht an mögliche Meisterehren: «Wir müssen das verdrängen, es steht uns noch viel harte Arbeit bevor. Es wäre leichtsinnig, jetzt schon zu weit voraus zu denken.»
Ratschläge, wie man mit einem Titel so umgeht, kann sich Vermin zurzeit bei den SCB-Routiniers auch nicht holen: «Man redet vielleicht vor der Saison darüber, aber während den Playoffs ist das ein Tabu-Thema», erklärt Vermin.
«Einsatz für Einsatz, Drittel für Drittel»
Für das möglicherweise letzte Spiel der Saison will Vermin nicht ins Grübeln geraten und einen freien Kopf behalten: «Nicht zu viel denken, Hockey spielen, Einsatz für Einsatz und Drittel für Drittel nehmen. So wie wir das in den letzten Spielen auch getan haben», lautet das Rezept des Youngsters.


