Inhalt

Davis Cup

Davis-Cup-Team mit dem Rücken zur Wand

Freitag, 10. Februar 2012, 21:03 Uhr

Das Schweizer Davis-Cup-Team liegt im Achtelfinal in Fribourg gegen die USA nach dem 1. Tag mit 0:2 hinten. Mardy Fish schlug Stanislas Wawrinka in 5 Sätzen. Danach verlor Roger Federer gegen einen bärenstarken John Isner in 4 Durchgängen.

Videoplayer
Davis Cup: Federer - Isner («sportaktuell»)

Mit diesem 0:2-Rückstand ist klar, dass die Schweiz das Doppel vom Samstag gewinnen muss, um den Traum von der Viertelfinal-Quali am Leben zu erhalten. Roger Federer und Stanislas Wawrinka treten dabei um 14.30 Uhr gegen die ausgeruhten Mike Bryan und Ryan Harrison an.

Isner mit 85 Winnern

Federer (ATP 3) zog am Freitag im 2. Match des Tages gegen John Isner (ATP 17) mit 6:4, 3:6, 6:7 (4:7), 2:6 den Kürzeren. Nach verlorenem Startsatz spielte sich der amerikanische Aufschlag-Spezialist langsam in einen wahren Rausch und war in der Endphase der klar stärkere Spieler auf dem Platz. «Es ist der grösste Sieg in meiner Karriere», meinte Isner im Platzinterview nach dem 1. Erfolg über Federer im 3. Vergleich.

Isner liess bei eigenem Service praktisch keine Ballwechsel zu und punktete neben dem Aufschlag auch immer wieder mit der bärenstarken Vorhand. Federer erspielte sich zwar in der gesamten Partie nicht weniger als 12 Breakchancen, konnte aber nur eine nützen. Isner schlug in den 4 Sätzen unglaubliche 85 Winner und beging lediglich 31 unerzwungene Fehler.

Wichtiges Tiebreak an Isner

Das vorentscheidende Tiebreak des 3. Satzes entschied der 2,06-m-Mann Isner mit 7:4 für sich. Dabei gelang ihm beim Stand von 4:4 das wichtige Minibreak. Im 4. Durchgang war dann bei Federer die Luft etwas draussen, während Isner das Spiel seines Lebens spielte. Er griff alle 2. Aufschläge des Schweizers resolut an und realisierte 2 weitere Servicedurchbrüche. «Ein grosser Dank geht an Captain Jim Courier. Er hat mir im Training die entscheidenden Tipps gegeben», so Isner.

Sand nicht der erwünschte Vorteil

Die Sandunterlage hatte für Federer nicht den gwünschten Effekt. Zum Einen ist der Belag in Fribourg schneller als von den Schweizern erhofft, zum Anderen sprangen die Isner-Aufschläge oft unberechenbar weg. Für Federer war es im Davis Cup die 1. Niederlage im Einzel seit 2003 (im Halbfinal in Australien gegen Lleyton Hewitt). «John (Isner) hat seine Möglichkeiten besser genutzt als ich. Trotzdem glauben wir noch an unsere Chance», gab sich der Baselbieter kämpferisch.

Fish mit dem längeren Atem

Im ersten Spiel des Tages war Stanislas Wawrinka (ATP 28) Mardy Fish (ATP 8) nach hartem Kampf mit 2:6, 6:4, 6:4, 1:6, 7:9 unterlegen. Der Entscheidungssatz entwickelte sich dabei zu einem regelrechten Krimi. Fish präsentierte sich zunächst als der stärkere Spieler und kam beim Stand von 2:2 zu einem verdienten Break. Als kaum mehr etwas für Wawrinka sprach, drehte dieser aber noch einmal auf und stellte mit dem 6. Breakball auf 5:5.

Im Abnützungskampf nach fast viereinhalb Stunden präsentierte sich Fish dann aber etwas frischer. Das Break zum 8:7 bedeutete schliesslich die Entscheidung zugunsten des Amerikaners.

Das Davis-Cup-Doppel live

Das vielleicht schon vorentscheidende Doppel zwischen Federer/Wawrinka und Bryan/Harrison überträgt «SF zwei» am Samstag ab 14.20 Uhr live aus Fribourg. Sie können die Partie zudem im Livestream mitverfolgen.

(rek/gaf/cud)