Eishockey
Belarus Cup
Bewegendes Debüt im Team von Köbi Kölliker
Deutschlands Trainer Köbi Kölliker sorgt für ein bewegendes Debüt am Belarus Cup. Der Bieler hat Evan Kaufmann aufgeboten. Kaufmann ist Nachfahre von US-Juden, die den Holocaust in Deutschland überlebten und traumatisiert ausgewandert waren.
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Evan Kaufmann hat seinen Frieden mit Deutschland gemacht. Am Freitag will der Stürmer der Düsseldorfer EG erstmals für das Land spielen, das unter dem Nazi-Regime für die Ermordung vieler Mitglieder seiner jüdischen Familie verantwortlich war. «Ich musste nicht gross darüber nachdenken. Das ist eine grosse Ehre», sagte Kaufmann zu seinem Aufgebot.
Kein Wort Deutsch in den USA
Diesen Satz sagen Sportler oft, wenn sie das erste Mal ins Nationalteam berufen werden. In Kaufmanns Fall ist er keine Phrase. Sein Grossvater überlebte Nazi-Terror und Konzentrationslager in Deutschland und floh danach in die USA. Dort wurde bei den Kaufmanns nie wieder Deutsch geredet. «Seine Geschichte war sehr hart für ihn, er hat nie gross darüber sprechen wollen», sagt Kaufmann. Kurt kann seinen Enkel im deutschen Trikot nicht mehr miterleben. Er ist in den 1990er-Jahren gestorben.
Bei Evan waren es «gemischte Gefühle», als er 2008 vom Interesse aus Deutschland erfuhr. «Ich habe nie daran gedacht, nach Deutschland zu kommen.» Niemand aus seiner Familie war nach dem Krieg wieder in Europa. Kaufmann aber wagte den Schritt - und bereute ihn nicht. «Es war alles sehr positiv. Ich bin super aufgenommen worden und fühlte mich auf Anhieb in Düsseldorf sehr wohl.»
Bewegender Moment an der Mosel
Seine Eltern kommen regelmässig zu Besuch. «Jede Saison kommen sie rüber. Sie haben auch gesehen, wie gut es uns hier geht. Das war beruhigend für sie.» Gemeinsam besuchten sie die Heimat von Evans Opa an der Mosel. «Die Älteren konnten sich sogar noch an ihn erinnern. Das war ein sehr emotionaler Moment», erinnert sich Kaufmann.
Auch sportlich läuft es gut. Kaufmann gehört zu den besten Skorern in der DEL, stand mit der DEG einmal im Playoff-Final und einmal im Halbfinal. Irgendwann wollte Trainer Köbi Kölliker, dass Kaufmann für Deutschland spielt. Ein erstes Mal bot er ihn bereits im November auf, doch eine Verletzung verhinderte die Premiere. «Ich freue mich, dass es jetzt klappt. Es ist eine grosse Ehre, dass ich diese Chance bekomme. Alles andere wird sich zeigen», sagt Kaufmann auch im Hinblick auf ein allfälliges WM-Aufgebot.
«Mein Grossvater wäre sehr stolz»
Gewissensbisse hat Evan vor seinen ersten Einsätzen für Deutschland nicht. Er ist sich sicher: «Mein Grossvater wäre sehr stolz». Vielleicht hätte auch Kurt Kaufmann am Freitag seinen Frieden mit Deutschland machen können.
(Agenturen/fel)
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