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Abfahrt Sotschi

Russi: «Olympiasieger wird ein verdienter Sieger sein»

Donnerstag, 9. Februar 2012, 14:55 Uhr

Am Samstag feiert die Olympia-Abfahrtsstrecke von Sotschi im Weltcup ihre Premiere. Didier Cuche und Co. kämpfen erstmals auf der Piste in Rosa Khutor um Hundertstelsekunden (ab 08.50 Uhr live auf «SF zwei»). Pisten-Architekt Bernhard Russi spricht im Interview über seine neueste Kreation.

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Seit den 1980er-Jahren sorgt Bernhard Russi dafür, dass auf neuen Abfahrtsstrecken spektakulärer aber auch sicherer Rennsport geboten werden kann. Als Strecken-Architekt hat der Olympiasieger von Sapporo 1972 13 Skipisten für den Weltcup, Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele erschaffen. Für Sotschi 2014 griff der «Picasso des Skisports», wie Skilegende Jean-Claude Killy Russi einst nannte, erneut zu Theodolit und Gravimeter und zeichnete auf dem Plateau von Rosa Khutor eine neue Abfahrtspiste in die Berghänge.

Seine 14. Strecke ist lang und fordert den Fahrer ununterbrochen. Darum verspricht Russi: «Der Olympiasieger wird ein verdienter Sieger sein.»

Bernhard Russi, am kommenden Wochenende wird erstmals ein Weltcup-Rennen auf der neu kreierten Piste stattfinden. Ist jemand, der schon so viele Pisten gebaut hat wie Sie, noch nervös vor dem Urteil der Fahrer und Verantwortlichen?

Russi: Das 1. Abfahrtstraining der Männer war der erste seriöse Testlauf für die Strecke. Da war ich schon sehr nervös.

Wie fielen die ersten Reaktionen aus?

Alle sind begeistert und sehr angetan von der Piste. Die Strecke ist anforderungsreicher als es einige Fahrer erwartet hatten. Für mich persönlich war es wichtig, dass die Sprünge funktionieren, denn die Abfahrt lebt vor allem im unteren Teil von den Sprüngen. Die Fahrer fuhren mit Respekt, aber seriös. Es war rundherum positiv.

Wo liegen die grössten Herausforderungen der neuen Strecke?

Die Strecke beginnt mit einer relativ steilen Startpartie, die dann aber sofort in ein kurvenreiches, mittelsteiles Gelände übergeht. Danach folgt ein vor allem für die Zuschauer attraktiver Abschnitt mit einem steilen Couloir namens «Accola-Valley». Die Sprünge «Russian Trampoline», «Bears Brow», «Lake Jump» und «Deer Jump» sind die Highlights der Strecke und lassen die Fahrer teilweise bis 70 Meter fliegen. Die Strecke ist recht lang und geht in die Beine. Vor allem, weil sie den Fahrer ununterbrochen fordert.

Gibt es im Weltcup eine vergleichbare Piste?

Das ist sehr schwierig zu sagen. Vielleicht könnte man den unteren Teil mit dem Schlussteil von Beaver Creek vergleichen. Ansonsten ist die Strecke ziemlich eigenständig.

Auf welchen Typ Abfahrer ist die Strecke zugeschnitten?

Es braucht eine Kombination von Fähigkeiten. Im oberen Teil muss er sackstark in den Kurven sein. Er muss das nötige Gleitvermögen mitbringen. Es braucht aber auch einen «Tempobolzer», der weiss, wie man Tempo macht. Zudem muss er die Sprünge perfekt im Griff haben. Es braucht einen kompletten Abfahrer und der Olympiasieger wird ein verdienter Sieger sein.

(Interview: Silvio Kern)