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Afrika Cup

«Kein Geld für ein solches Vergnügen»

Mittwoch, 8. Februar 2012, 14:35 Uhr

Beim Afrika Cup 2012 hat die entscheidende Phase begonnen. Das Publikumsinteresse ist jedoch nur bescheiden - gerade auch nach dem Out der beiden Gastgeber-Teams.

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Europameisterschaften lösen zwischen Lissabon und Moskau, zwischen Athen und London jeweils halbe Völkerwanderungen aus. Beim Afrika Cup ist dies anders -  nur wenige Schlachtenbummler reisen ans Turnier: «Das hat vor allem ökonomische Gründe», sagt DRS-Afrikakorrespondent Patrik Wülser, «viele Leute haben nicht einmal das Geld, um an Weihnachten in ihr Heimatdorf zu reisen. Es ist nur eine kleine, vermögende Elite, die sich das Reisen überhaupt leisten kann.»

Gratis-Tickets für Halbfinals

Auch beim Afrika Cup 2012 in Gabun und Äquatorial-Guinea finden viele Spiele somit vor nur spärlich gefüllten Kulissen statt. Nach dem Out der beiden Gastgeber-Nationen sollen Tickets für die Halbfinal-Spiele verschenkt worden sein, um in den Stadien etwas mehr Atmosphäre aufkommen zu lassen.

Die Tickets sind für europäische Verhältnisse mit einem Preis von 10 Dollar zwar günstig, in Afrika sieht dies aber völlig anders aus: «Bei einem Monatslohn von 100 bis 120 Dollar hat niemand das Geld für ein solches Vergnügen», erklärt Wülser.

Wenig Interesse auf dem Kontinent

Der Afrika Cup 2012, der am westlichen Zipfel des schwarzen Kontinents stattfindet, ist zudem nicht in allen 53 Ländern auf dem riesigen Erdteil das bestimmende Thema. «Das Verhalten quer durch den Kontinent ist sehr unterschiedlich», sagt Wülser.

In Ostafrika etwa findet der Afrika Cup in den Zeitungen nur auf den hinteren Seiten statt und auch eine Umfrage von Korrespondent Wülser ergab nur ein geringes Interesse am Turnier am anderen Ende von Afrika: «Die Leute hier sitzen kaum vor dem Fernseher.»

(ac)