Ski alpin
Sapporo 1972
Sapporo 1972: Die Stunde von «Maite» Nadig
Marie-Theres «Maite» Nadig hat vor 40 Jahren an den Olympischen Winterspielen in Japan mit Gold in der Abfahrt und im Riesenslalom die «Goldenen Tage von Sapporo» lanciert. Die damals 17-Jährige überraschte damit alle – am meisten aber sich selbst.
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1972 reiste «Maite» Nadig als Aussenseiterin nach Sapporo an die Olympischen Winterspiele. Die damals erst 17-jährige Flumserin hatte erst vor einem Jahr mit FIS-Weltcup-Rennen begonnen und noch nie gewonnen. Grosse Favoritin auf der Halbinsel Hokkaido war die österreichische Ausnahmekönnerin Annemarie Pröll.
Besser als die Topfavoritin
Doch am 5. Februar schlug Nadig der ein Jahr älteren Pröll und der gesamten Konkurrenz ein Schnippchen. «Die ersten paar Tore habe ich irrsinnig gut erwischt und bin weit gesprungen», so Nadig damals. Da habe sie gedacht, dass sie ziemlich schnell sei. Sie verwies Pröll auf Platz 2 und läutete mit dem Sieg in der Abfahrt die «Goldenen Tage von Sapporo» ein.
3 Tage später doppelte die Flumserin im Riesenslalom nach. In dichtem Nebel krönte sich die 17-Jährige zur Doppel-Olympiasiegerin und liess Pröll erneut nur Silber. Erst 1980 in Lake Placid konnte sich die Österreicherin revanchieren: Die 6-fache Gesamtweltcup-Siegerin gewann Gold in der Abfahrt, Nadig Bronze.
Vom Ausmass der Goldmedaillen überwältigt
Vom Ausmass ihres Triumphes war Nadig damals völlig überrascht. «Ich habe mich schon gefreut», blickt die heute 57-Jährige zurück. Doch nicht mehr als «bei einem Schülerrennen». Der Aufmarsch an Gratulanten – inklusive dem Bundesrat - bei ihrer Rückkehr in die Schweiz überrumpelte die Flumserin komplett.
«Es war schwer, plötzlich im Mittelpunkt zu stehen», erinnert sich Nadig. Doch verändern liess sie sich trotz des ungewohnten Rummels um ihre Person nicht – ihre direkte Art hat sich Nadig bis heute bewahrt. Ein Charakterzug der ehemaligen Nationaltrainerin, den nun die Nachwuchsfahrer vom Skiverband Sarganserland/Walensee zu spüren bekommen.
(sas)
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