Rad
TAS spricht Contador schuldig
Der Internationale Sportgerichtshof TAS hat Alberto Contador wegen Dopings für 2 Jahre gesperrt. Die Sperre gegen den Spanier gilt rückwirkend und läuft noch bis zum 6. August 2012. Der 29-Jährige kann damit weder an der Tour de France 2012 noch an den Olympischen Spielen teilnehmen.
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Contador verliert durch das Urteil auch seinen Tour-de-France-Titel von 2010, den Sieg beim Giro d'Italia 2011 sowie sämtliche weiteren Erfolge, die er seit Ende Juli 2010 eingefahren hat. Damit erbt Andy Schleck (Lux) den Tour-Sieg 2010. Offizieller Sieger des Giro d'Italia wird Michele Scarponi (It).
Alberto Contador hat sich bisher noch nicht dazu geäussert, ob er das Urteil vor Schweizer Bundesgericht anfechten will. Dort kann er sich allerdings nur auf Verfahrensfehler berufen.
Erfolg für UCI und WADA
Der Madrilene war 2010 bei einer Kontrolle am 2. Ruhetag der Frankreich-Rundfahrt positiv auf die verbotene Substanz Clenbuterol getestet worden, das auch in der Kälbermast verwendet wird. Der Spanier hatte die erhöhten Werte mit dem Konsum verseuchten Rindfleisches begründet und Doping stets bestritten.
Der spanische Radverband (RFEC) hatte ihn im Februar 2011 von jeder Schuld freigesprochen. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und der Radsportweltverband UCI brachten daraufhin den Fall vor das TAS.
4000 Seiten Akten
Das höchste Sportgericht widersprach nach Analyse des etwa 4000-seitigen Aktenberges Contadors Argumentation. WADA und UCI hatten sich auf Daten aus dem biologischen Pass konzentriert und darüber hinaus auf eine unerlaubte Bluttransfusion, durch die Spuren von Clenbuterol in der Urinprobe Contadors zustande kamen.
Das Verfahren war zusätzlich verzögert worden, weil öffentlich an der Integrität der Richterkommission mit dem Israeli Efraim Barak, dem Deutschen Ulrich Haas und dem Schweizer Quentin Byrne-Sutton gezweifelt worden war.
Der Beginn der Sperre wurde vom TAS auf den 25. Januar 2011 zurückdatiert. An diesem Tag hatte der spanische Verband eine einjährige Sperre ausgesprochen, die er allerdings wenig später zurücknahm. Im Urteil berücksichtigte das höchste Sportgericht zudem eine über fünfmonatige provisorische Suspendierung Contadors zwischen 2010 und 2011.
Contador droht auch Millionenbusse
Zu einem späteren Zeitpunkt wird das TAS noch über einen Antrag der UCI entscheiden, Contador mit einer Busse über knapp 2,5 Millionen Euro zu belangen.
Contador ist der zweite Radprofi in der Geschichte der Tour de France, dem der Gesamterfolg nachträglich aberkannt wurde. Der Amerikaner Floyd Landis war nach seinem Sieg 2006 des Dopings überführt worden. Ihm wurden in einer Probe deutlich erhöhte Testosteronwerte nachgewiesen. Im September 2007 annullierte die UCI den Sieg von Landis und sprach diesen dem Spanier Oscar Pereiro zu.
TV-Hinweis
Der Fall Contador ist auch Thema in der «sportlounge» vom 6. Februar, 22.25 Uhr auf «SF zwei».
(agenturen/sas/boe)
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