Contador-Urteil
«Keine Gewinner beim Thema Doping»
Das Urteil im Fall Contador hat in der Radsport-Szene zahlreiche Reaktionen ausgelöst. Nicht wenige Aktive und ehemalige Fahrer drückten ihr Mitgefühl mit dem 29-jährigen Spanier aus. Alberto Contador wird sich am Dienstag zu seiner Sperre äussern.
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Contadors Team Saxo Bank kündigte am Montag an, dass sich der Spanier sowie Teamchef Bjarne Riis am Dienstag an einer Medienkonferenz zu der Sperre äussern werden.
In einer ersten Stellungnahme zeigte sich der Rennstall enttäuscht über das TAS-Urteil. «Das Ergebnis ist natürlich nicht das, worauf wir gehofft hatten», erklärte Riis.
McQuaid: «Trauriger Tag für den Radsport»
Stellung genommen haben hingegen Funktionäre sowie aktive und ehemalige Radsport-Grössen. «Das ist ein trauriger Tag für unseren Sport», sagte der Präsident des Radsport-Weltverbandes (UCI), Patrick McQuaid. «Manche werden von einem Sieg reden, aber das ist nicht der Fall. Es gibt beim Thema Doping keine Gewinner. Jeder Fall ist ein Fall zu viel.»
Vom Urteil gegen Contador profitiert insbesondere Andy Schleck. Der Luxemburger wird nachträglich zum Tour-Sieger 2010 erklärt werden. In Jubel bricht er deswegen nicht aus: «Es gibt keinen Grund, glücklich zu sein, weil ich die Tour auf sportlichem Weg gewinnen will. Ich habe immer an Albertos Unschuld geglaubt», so der 26-Jährige.
Spanier für Contador
In Spanien wurde das Urteil mit Unverständnis und teils heftiger Kritik aufgenommen. Es handle sich um eine «sehr schlechte Nachricht für den Radsport und den Sport in Spanien generell», bedauerte der Präsident des nationalen Radverbandes (RFEC), Juan Carlos Castaño. Die RFEC hatte Contador in erster Instanz Glauben geschenkt.
Der spanische Tour-Sieger von 2008, Carlos Sastre, sagte: «Das Urteil entbehrt jeder Logik. Man kann einen Profi nicht zu einer Sperre verurteilen, wenn ihm kein Doping nachzuweisen ist.» Und Landsmann Pedro Delgado schimpfte gar: «Im Kampf gegen das Doping verlieren die Verantwortlichen die Orientierung. Ein weniger bekannter Radsportler wäre glimpflicher davongekommen.»
Merckx: «Es widert mich an»
Auf die Seite Contadors schlug sich auch Eddy Merckx. Die belgische Radsport-Legende sagte: «Es widert mich an. Das ist ein weiterer grosser Schlag gegen den Radsport. Ich würde mich freuen, wenn auch in anderen Sportarten nach winzigen Spuren von Clenbuterol gesucht würde.»
Diplomatisch drückte sich Fabian Cancellara aus. «Das ist ein bizarrer Tag für den Radsport und ein schlechter Tag für den Sport im allgemeinen», sagte der Berner. «Es ist bedauerlich, dass so viel Zeit vergehen musste, um zu einem Verdikt zu gelangen.»
(Agenturen/boe/mos)
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