Fussball
Super League
Südamerikanisches Feuer bei Eiseskälte
Minus 10 Grad und ein vereister Platz: Nicht gerade ideale Bedingungen für ein Fussball-Spektakel. Und doch begeisterten die Young Boys zum Rückrundenstart mit einem schwungvollen Sieg gegen Servette. Der angestrebte Umschwung scheint zu wirken.
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«Alles neu» bei den Young Boys: Nach der verhaltenen Hinrunde starteten die Berner mit dem 3:1-Sieg gegen Servette eindrucksvoll in die Rückrunde. «Ein Start nach Mass», freute sich ein zufriedener Trainer Christian Gross.
Die magere 27-Punkte-Ausbeute aus der Vorrunde scheint vergessen. Die vom YB-Präsidium lange versprochene «Kulturveränderung» zeigt erste Wirkung. Was war geschehen?
Transfers zahlen sich aus
Die Neuzugänge Matias Vitkieviez und Raul Bobadilla feierten gleich beide einen perfekten Einstand: Der Uruguayer und Ex-Servettien Vitkieviez sorgte mit einer Doublette in der ersten halben Stunde für die frühe Entscheidung. Zweimal nach der Vorarbeit von Raul Bobadilla. Der Argentinier selbst war kurz vor der Pause zum 3:0 erfolgreich.
Die frierenden Fans im Stadion wurden für ihre Hartnäckigkeit belohnt: Vor allem in der ersten Halbzeit brillierte YB mit zügigen Angriffen und herrlich herausgespielten Treffern. Die Mannschaft spielte, als ob die Winterzuzüge bereits seit Jahren dem Berner Kollektiv angehören würden.
«Eine grossartige erste Halbzeit bei schwierigen Bedingungen», lobte dann auch Trainer Christian Gross seine Mannschaft im Anschluss des Spiel.
Eiszapfen am Stadiondach
Die Vorzeichen liessen noch nicht erahnen, wie stark YB am Sonntagnachmittag aufspielen würde. Just in der Winterpause wurde im Stade de Suisse der Kunstrasen durch einen Naturrasen ersetzt.
Dass dieser bei den eisigen Temperaturen viel Zusatzaufwand verursachte, merkten vor allem die Stadionhelfer: Statt 3 brauchten sie 6 Stunden, um den Platz spielbereit zu präparieren.
Am Nachmittag wurde dann auch noch die Berner Berufsfeuerwehr ins Stadion gerufen. 4 Männer mussten Eiszapfen vom Tribünendach entfernen. Aus Sicherheitsgründen, damit diese während dem Spiel nicht auf die Zuschauer fallen konnten.
Ambitionen auf die Tabellenspitze?
Wo steht dieses YB am Schluss der Saison? Der Blick nach vorne scheint noch etwas früh. Christian Gross erwiderte auf die entsprechende Frage nach dem Auftaktspiel knapp: «Jetzt sicher nicht». Der Trainer will sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
Noch trennen die Young Boys 9 Punkte von Leader Basel. Fakt ist: Die Berner zeigten eine starke Antwort auf die schwache Hinrunde. Wenn es so weiter geht, dürften die Ziele bald neu gesteckt werden. Basel und Luzern sollten sich warm anziehen.
(schs)
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