Wintersport
Skispringen
Ammann: «Ich brauche ein grosses Ziel»
Simon Ammann hat vom Skispringen noch nicht genug. Bis zu den Olympischen Spielen 2014 will er weitermachen. Im Interview erklärt der Toggenburger, weshalb er gerade jetzt diesen Entscheid bekannt gab, warum die Tournee nicht mehr oberste Priorität geniesst und wieso für ihn Sotschi so speziell ist.
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Simon Ammann, Sie setzen ihre Karriere sicher noch bis zu den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi fort. Warum haben Sie diesen Entscheid genau jetzt bekannt gegeben?
Ammann: Für mich hat der Zeitpunkt gepasst. Ich hatte Zeit, mich damit auseinanderzusetzen. Der Entscheid war schon länger gefallen. Ich wollte es aber noch für mich behalten. Es war auch ein Bauchentscheid. Jetzt stimmt es für mich.
Nach grossen Erfolgen und in einem gewissen Alter wird man immer wieder mit Rücktrittsfragen konfrontiert. Stört Sie das?
Das Ganze war sehr bestimmend. Beispielsweise hatte ich während der Tournee fast das Gefühl, nach jedem Sprung entscheiden zu müssen, ob ich noch weiter mache. Das hat auch Einfluss auf das Tagesgeschäft. Ich habe es in Kauf genommen, weil ich noch nicht bereit gewesen bin, das Weitermachen zu kommunizieren. Nun bin ich froh, das Ganze zu einem guten Zeitpunkt offenzulegen. Und jetzt kann ich mich wieder auf das Skispringen konzentrieren.
Olympische Spiele sind so oder so speziell. Wird Sotschi noch spezieller für Sie?
Das wird es. Ich bin natürlich durch meine russische Frau sehr mit dem Land verbunden, kenne es aber noch nicht so gut. Ich habe mich intensiv mit dem Thema Olympische Spiele in Russland auseinander gesetzt. Ich brauche so ein grosses Ziel, mit dem ich mich extrem stark identifizieren kann. Das alles ist für mich sehr spannend. Zudem war ich einfach noch nicht bereit, mit dem Skispringen aufzuhören
Sie dürften sich bewusst sein, dass somit die Vierschanzentournee, die in ihrem Palmarès noch fehlt, wieder zum Thema wird.
Das stimmt, wobei die Tournee nicht mehr zu meinen ganz grossen Zielen gehören wird. Die Tournee ist immer ein Saison-Highlight, aber die grossen Ziele sind für mich eigentlich schon klar: Es gibt im nächsten Jahr eine schöne WM in Italien und 2014 eben die Spiele in Russland.
Die aktuelle Saison verlief bislang nicht nach Ihren Wünschen. Befreit Sie die Bekanntgabe des Entscheids, dass Sie bis Sotschi weitermachen, auch ein wenig?
Man wird sich jetzt mehr darauf konzentrieren, meine Leistungen zu beurteilen. Ich freue mich auf den Rest der Saison. Ich hoffe, ich kann dort anknüpfen, wo ich vor der Tournee aufgehört habe. Ich erhoffe mir schon, dass ich in dieser Saison im Weltcup noch das eine oder andere gute Resultat erzielen kann und dass es vor allem dann beim Skifliegen in Vikersund (WM findet vom 24.-26. Februar statt, Anm.d.Red. ) läuft.
(Interview Rachel Murith, SR DRS)
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