Ski alpin
Rücktritt Cuche
Cuche: Durch Rückschläge zum Spitzenfahrer
Mit Didier Cuche hat einer der beliebtesten und erfolgreichsten Schweizer Sportler seinen Rücktritt bekanntgegeben. Die Karriere des Neuenburgers war von vielen Hochs, aber auch von einigen Tiefs begleitet.
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18 Jahre nach seinem Debüt im Weltcup ist für Didier Cuche endgültig Schluss. Der Schweizer Speed-Spezialist bestritt Ende Dezember 1993 bei der Abfahrt von Bormio sein erstes Weltcup-Rennen. Der damals 19-Jährige beendete den Wettkampf auf dem zweitletzten Platz.
1996: Der 1. Rückschlag
Nach seinem Weltcup-Debüt stand er aber vorwiegend im Europacup im Einsatz. Sein 2. Rennen auf Weltcup-Ebene bestritt er fast 2 Jahre später in der Abfahrt von Gröden, wo er seine ersten Weltcup-Punkte sammeln konnte. Sein Aufstieg an die Weltspitze wurde 1996 jäh unterbrochen: Im Trainingslager zog er sich einen Schien- und Wadenbeinbruch zu, was ihn für die gesamte Saison ausser Gefecht setzte.
Umso erstaunlicher war sein Comeback im darauffolgenden Winter. Cuche gelang im Januar 1998 in der Sprintabfahrt von Kitzbühel sein erster Weltcupsieg. Der Weg zu einem steilen Aufstieg des Neuenburgers schien frei. Doch der gelernte Metzger musste sich fast 4 Jahre gedulden, ehe im Riesenslalom von Adelboden 2002 der 2. Weltcupsieg folgte.
2005: Der 2. Rückschlag
Bis 2004 feierte Cuche, der in seiner Karriere bisher 62 Mal auf dem Podest stand, 3 weitere Weltcupsiege. 2005 folgte dann ein erneuter Rückschlag für den Mann aus dem Neuenburger Jura-Dorf Les Bugnenets. Im Training von Adelboden zog er sich einen Kreuzbandriss zu und musste die Saison vorzeitig beenden.
6 Kugeln, 18 Siege
Doch der mittlerweile 37-jährige Westschweizer kämpfte sich auch von dieser Verletzung zurück und fuhr in den folgenden Jahren stärker denn je. Cuche, der lange als «Ewiger Zweiter» galt, gewann viermal den Abfahrtsweltcup (2007, 2008, 2010 und 2011), einmal die Super-G-Wertung (2011) sowie einmal die kleine Kristallkugel im Riesenslalom (2009). Im letzten Winter verpasste er den Gewinn des Gesamtweltcups als 2. nur knapp.
In der Zwischenzeit ist Cuche bei 18 Weltcupsiegen angelangt. In der Abfahrt stand er zehnmal zuoberst auf dem Podest, im Super-G feierte er 5 Siege und im Riesenslalom gewann er dreimal. Der Wermuts-Tropfen: Der so ersehnte Sieg am Lauberhorn blieb Cuche verwehrt. Der Riesenslalom-Triumph von Adelboden ist sein bisher einziger Sieg auf Schweizer Boden.
1 Olympia- und 4 WM-Medaillen
Bei Weltmeisterschaften musste Cuche lange auf seine erste Medaille warten. Nach Bronze im Riesenslalom von Are 2007 folgten 2 Jahre später in Val d’Isère Gold im Super-G und Silber in der Abfahrt. Seine letzte Medaille an internationalen Wettkämpfen sicherte sich der älteste Weltcup-Sieger im vergangenen Jahr mit dem 2. Rang in der WM-Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen.
Weniger Glück war dem Neuenburger bei Olympischen Spielen beschieden. Die Silbermedaille beim Super-G in Nagano 1998 sollte die einzige in seinem Palmarès bleiben.
Viele Sympathien in der Öffentlichkeit
Sein Kämpfertum, sein Auftreten und sein Charisma haben Didier Cuche nicht nur viele Sympathien unter Kollegen eingebracht, sondern ihn auch zu einem der beliebtesten und bekanntesten Schweizer Athleten gemacht. 2009 und 2011 wurde er zum Schweizer Sportler des Jahres gewählt; vor wenigen Tagen folgte die Wahl zum «Schweizer des Jahres».
(sta)
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