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Heilsbringer Favre - Erfolg ist kein Zufall
Borussia Mönchengladbach ist in Aufbruchsstimmung. Hauptverantwortlicher dafür ist der Romand Lucien Favre. Über eine vorzeitige Verlängerung schweigt sich der Schweizer bisher jedoch aus. Kommen bald grössere Vereine auf ihn zu?
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Als Lucien Favre die Borussia im Februar 2011 übernahm, lag das Team abgeschlagen am Tabellenende. Wie durch ein Wunder schaffte er die Wende und den für unmöglich gehaltenen Klassenerhalt. In der aktuellen Spielzeit stürmten die Fohlen bis zur Tabellenspitze und überwinterten mit 33 Punkten aus 17 Spielen auf Rang 4.
Ein Husarenritt sondergleichen. Schon jetzt ist Favre der nach dem Punkte-Schnitt erfolgreichste Gladbach-Trainer aller Zeiten. Wie schaffte er dies?
Favre festigt die Defensive
Vor seinem Amtsantritt kassierte das Team 2,7 Tore pro Spiel. Das Abwehrverhalten der Borussia war teils desaströs. Genau da setzte er den Hebel an. «Sein Ziel war es, die Fehlerquote zu reduzieren: bei den Fouls, im individuellen und kollektiven Stellungsspiel und beim Lesen des Spiels», schreibt etwa der ehemalige Nati-Trainer Daniel Jeandupeux in seiner Kolumne im Tages Anzeiger .
Anderthalb Monate Arbeit waren notwendig, um dem Team Stabilität und Zusammenhalt zu geben. Täglich arbeitete er am Ziel, auf dem Spielfeld im Ballbesitz zu bleiben, indem er das Hinausspielen auf die Seite üben liess. Die Offensiv-Kräfte ihrerseits mussten vermehrt nach hinten arbeiten, um nach der Balleroberung sofort anspielbar zu sein.
Angriff mit Effizienz
Nach zweieinhalb Monaten zeigten sich auch erhebliche Besserungen im Spiel nach vorne. Favre fokussierte sich auf das schnelle Umschalten von Defensive auf Offensive: Nach der Balleroberung sucht das Team den direkten Weg zum Abschluss, der nicht selten auch zum Tor führt.
Unter dem 54-jährigen Erfolgstrainer konnten zudem die jungen Talente wie Marco Reus (22), Patrick Hermann (20) oder der erst 19-jährigen Torhüter Marc-André Ter Stegen ihr Potenzial ausschöpfen und zur Hochform auflaufen. Das Kollektiv überzeugt und durch die minutiöse Arbeit Favres ist der momentane Erfolg mehr als gerechtfertigt.
Favre zögert mit Verlängerung
Die Borussen-Bosse würden angesichts dieser Leistungen natürlich gerne mit Favre vorzeitig verlängern (der Vertrag läuft noch bis 2013). Doch nachdem bekannt wurde, dass Marco Reus (Borussia Dortmund) und Roman Neustädter (Schalke 04) den Niederrhein im Sommer verlassen, ist Favre eine gewisse Resignation anzumerken. Ein Treuebekenntnis blieb bis jetzt jedenfalls aus.
Sportdirektor Max Eberl versucht indes mit der Aussicht auf eine Einkaufstour, Favre einen Verbleib bei Gladbach schmackhaft zu machen: «Wir reinvestieren im Sommer die gesamte Reus-Ablösesumme in unser Team, um den nächsten Schritt zu gehen.» Favre sei ein Trainer, der etwas aufbauen wolle. «Und genau das kann er bei uns», so Eberl weiter.
Grosse Vereine könnten locken
Dass Favre früher oder später zu den ganz Grossen des Geschäfts wechselt, steht zumindest für Jeandupeux ausser Frage. «Er ist einer der 20 besten Trainer der Welt», so der 62-jährige Ex-Trainer. Favre werde dies in einem sehr grossen Verein beweisen. «Und das während langer Zeit».
(gio)
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