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Sportler des Jahres

Didier Cuche - Ein Phänomen

Sonntag, 11. Dezember 2011, 22:52 Uhr

Er fährt und fährt und fährt. Didier Cuche ist auch im Alter von über 37 Jahren noch einer der grossen Schweizer Erfolgsgaranten bei den Alpinen. In der letzten Saison gewann er unter anderem WM-Silber in der Abfahrt sowie zwei Weltcup-Kristallkugeln.

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Osi Inglin, der neue Cheftrainer des Schweizer Männer-Teams, nennt Didier Cuche «ein Phänomen» - und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Der Neuenburger ist nicht nur in Bezug auf Leistung für seine (viel) jüngeren Kollegen ein Vorbild und Leader. Seine Motivation und Begeisterung für die tägliche Arbeit im Kraftraum und auf der Piste wirken ansteckend. Und betreffend Akribie macht ihm ohnehin niemand etwas vor; er gilt im Alpin-Zirkus als der Tüftler und Perfektionist schlechthin.

Cuche begeistert die Massen

Wie kein anderer Schweizer Skirennfahrer vermag Didier Cuche die Emotionen in der Öffentlichkeit zu wecken. Der gelernte Metzger begeistert die Massen nicht nur mit Top-Ergebnissen, sondern auch abseits der Rennstrecken. Seine aufgestellte, natürliche Art kommt an beim Publikum. Zur gewinnenden Freundlichkeit gesellt sich der ausgeprägte Sinn für Humor. Der «Oldie» ist (fast) für jeden Spass zu haben - sofern es seine Kernaufgabe als Rennfahrer nicht tangiert.

WM-Silber und 2 Kristallkugeln

Didier Cuche hat auch im zu Ende gehenden Jahr der Ski-Nation Schweiz viele Glücksmomente beschert. An den Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen gewann er wie 2009 in der Abfahrt die Silbermedaille. Im Weltcup entschied er die Disziplinen-Wertungen in der Abfahrt (zum vierten Mal) und im Super-G für sich. All diesen Erfolgen liegt die Fähigkeit Cuches zugrunde, Lockerheit und Fokussierung unter einen Hut zu bringen.

Rücktritt (noch) kein Thema

Trotz fortgeschrittenen Alters mag sich Didier Cuche mit dem Rücktritt (noch) nicht zu befassen. «Das wird im Frühjahr zum Thema», sagt er. Die mögliche Fortsetzung seiner Karriere macht er nicht allein vom Erfolg abhängig. «Es gilt auch immer wieder, sich mit dem Risiko unseres Sports auseinanderzusetzen. Dazu muss ich abschätzen, ob ich die ganze Schinderei in der Vorbereitung im Sommer und Herbst noch einmal auf mich nehmen will.»

Die zweite Wahl zum «Sportler des Jahres» nach jener von 2009 wird ihn hoffentlich bei seinem Entscheid positiv beeinflussen. Ebenso die Aussicht, dass im nächsten Winter mit den Weltmeisterschaften in Schladming wieder ein Grossanlass ansteht.

(si)