WM
Cavendish Weltmeister - Cancellara im Pech
Fabian Cancellara hat an der WM in Kopenhagen seine zweite Bronze-Medaille nur hauchdünn verpasst. Neuer Strassen-Weltmeister ist Mark Cavendish, der seinen Gegnern im Endspurt keine Chance liess.
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Wie von vielen Experten erwartet, kam es in Kopenhagen zum Massensprint. Der favorisierte Mark Cavendish, von einem starken britischen Team unterstützt, holte sich überlegen seinen 1. WM-Titel. Der Mann von der Isle of Man setzte sich nach 266 km deutlich vor Matthew Goss (Au) durch.
Die beiden Sprint-Spezialisten liessen sich vor 250'000 Zuschauern auch von der ansteigenden Zielgeraden nicht aus dem Konzept bringen. Die Klassiker-Spezialisten um Edvald Boasson Hagen (No) und Philippe Gilbert (Be) hatten keine Chance auf WM-Edelmetall.
Cancellara: «Strecke war todlangweilig»
Eine ausgezeichnete Chance bot sich dagegen Fabian Cancellara. Doch der WM-Dritte im Zeitfahren verpasste seine zweite Medaille in dieser Woche denkbar knapp. Der Berner unterlag im Fotofinish um Rang 3 dem Deutschen Andre Greipel um wenige Millimeter. Die Entscheidung war so knapp, dass minutenlang nicht klar war, ob der Berner nicht doch Edelmetall gewonnen hat.
Cancellara war zwar in einem WM-Strassenrennen noch nie so weit vorne klassiert. Als bestem «Nicht-Sprinter» blieb ihm nur die «Ledermedaille». «Ich habe das Beste herausgeholt», resümierte Cancellara nach dem zweitschnellsten WM-Rennen aller Zeiten. «Die Strecke war todlangweilig, weil keine Selektion herbeigeführt werden konnte.»
Cancellara lobt seine Teamkollegen
Nachdem seine erste Enttäuschung verflogen war, hatte er für die Arbeit seiner Landsleute Michael Albasini, Grégory Rast und Martin Kohler nur Lob übrig: «Als kleine Nation haben wir uns gegen die Grossen behauptet». Die Schweizer hatten ein taktisch starkes Rennen gezeigt und sich immer im Hauptfeld aufgehalten. Sie wurden auch nicht in einen Sturz verwickelt, der beispielsweise Thor Hushovd (No) früh aller Chancen zur Titelverteidigung beraubt hatte.
Cavendish krönt sich selbst
Cavendish seinerseits unterstrich mit seiner Goldfahrt von Kopenhagen seinen Ruf, zurzeit der schnellste Mann der Welt auf dem Rad zu sein. In der Tour de France im vergangenen Juli hatte er zum Abschluss auf den Champs-Elysées in Paris seinen insgesamt 20. Etappensieg gefeiert und gilt bereits jetzt als Topfavorit für das olympische Strassenrennen im kommenden Jahr in London.
(si/boe/rst)
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