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Tour de France

«Cadel Evans, du bist eine Legende»

Montag, 25. Juli 2011, 18:28 Uhr

Nach dem ersten Sieg eines Australiers bei der Tour de France feiert ein ganzer Kontinent den «Cadel-Evans-Day». Der Sieg sei ein «Triumph für den dopingfreien Sport». Dank seinem Gesamtsieg übernahm Evans auch die Spitzenposition in der neuen Rad-Weltrangliste.

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Australien feiert, Lance Armstrong gratuliert und die Mutter von Cadel Evans kündigt schon die nächsten Grosstaten an. «Dieses Jahr hat er überhaupt erstmal gezeigt, wozu er fähig ist», jubelte Helen Cocks nach dem Sieg ihres Sohnes bei der Tour de France. Natürlich habe Evans noch die Kraft, die Tour auch im nächsten Jahr zu gewinnen.

Euphorie in Australien

Australische Zeitungen erklärten den Finaltag der Tour unterdessen zum «C-Day - dem Tag, an dem Cadel Evans in die Geschichte des australischen Sports eingezogen ist». Tausende verfolgten die TV-Übertragung trotz der späten Abendstunden in Bars und bei Public-Viewing-Veranstaltungen. «Evans bei seiner fast perfekten Tour zu beobachten, war ein Genuss», schrieb der «Sydney Morning Herald» stellvertretend.

Evans ist die Nummer 1 der Welt

Cadel Evans übernahm dank seinem Gesamtsieg in der Tour de France auch im Jahres-Ranking des internationalen Verbandes (UCI) die Position der Nummer 1. Evans, im Vormonat noch Vierter, löste den Belgier Philippe Gilbert (neu Dritter) an der Spitze ab. Auf Rang 2 ist Giro-Sieger Alberto Contador klassiert, die Brüder Fränk und Andy Schleck belegen die Ränge 7 und 8. Als bester Schweizer liegt Fabian Cancellara an 9. Stelle.

Armstrong und Webber gratulieren

Aus der ganzen Welt hagelte es Glückwünsche für den 34-Jährigen. «Du hast dein Land mit Mut und Anmut stolz gemacht - du bist eine echte Legende!», twitterte der australische Parlamentsabgeordnete Ed Husic. Und auch vom siebenfachen Tour-Champion Lance Armstrong kamen Glückwünsche: «Hut ab vor Cadel. Zu sagen, er hat all die Arbeit alleine gemacht, wäre eine Untertreibung.»

«Cadel ist ein echter Kämpfer», gratulierte der australische Formel-1-Pilot Mark Webber bei einer Pressekonferenz nach dem Rennen auf dem Nürburgring. «Er verdient den Sieg total, es war sehr inspirierend zu sehen, wie er in der vergangenen Woche quasi alleine gekämpft hat.»

«Botschaft an alle Idioten»

Der Ozeanische Radsportverband lobte Evans vor allem als «Clean Freak»: «Das ist ein Sieg für den dopingfreien Radsport», sagte Verbandspräsident Michael Turtur. «Evans hat eine klare Botschaft an all diese Idioten geschickt, die immer noch dopen wollen - nicht nur im Radsport.»

Der vielgefeierte Tour-Sieger selbst konnte all das nach der finalen Etappe erstmal gar nicht glauben. «Whoa... ist schon alles vorbei?», twitterte er am Montag. An seine Mutter gerichtet, scherzte Evans: «Mach dir keine Sorgen, Mama ... ich habe jetzt einen Flug mit einem Billigflieger, um wieder auf dem Boden der Tatsachen anzukommen.»

Tour-de-France-Prolog 2016 in Katar?

Das Emirat Katar hat sein Interesse an der Ausrichtung der Auftaktetappe der Tour de France 2016 bekundet. «Seine Hoheit hat diese Idee schon eine Weile im Kopf», hiess es aus Regierungskreisen. Nach dem Zuschlag für die Fussball-Weltmeisterschaft 2022 wäre dies ein weiterer Coup des Wüstenstaates. Wegen der grossen Hitze im arabischen Land würde die Etappe allerdings sehr kurz ausfallen: «Wir können einen kleinen Prolog durchführen und an bestimmten Punkten Wasser versprühen.» Im kommenden Jahr startet die Tour in Lüttich (Be), in zwei Jahren auf der Mittelmeerinsel Korsika.

(Agenturen/rst)