Fussball
Olympische Spiele 2012
Viele Fragezeichen hinter Olympia 2012
Dank der EM-Final-Quali der U21-Nati wird die Schweiz am olympischen Fussball-Turnier 2012 mit von der Partie sein. Dies wirft zahlreiche Fragen auf.
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Fussball und Olympia - das ist eine spezielle Beziehung. Das olympische Fussball-Turnier gehört nicht zum aktuellen Spielkalender der FIFA. Das bedeutet, dass die Vereine ihre Spieler nicht freigeben müssen oder eine Teilnahme gar verbieten können. Grundlage dafür bildet ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes (CAS) von 2008. Barcelona, Schalke und Werder Bremen gingen den juristischen Weg, weil sie ihre Stars Lionel Messi, Rafinha und Diego nicht nach Peking ziehen lassen wollten. Sie bekamen recht - das Spieler-Trio trat gegen den Willen ihrer Arbeitgeber dennoch an. Konfliktpotenzial ist vorhanden.
Stammplätze gefährdet
Welche Spieler die Schweiz in London vertreten werden, liegt somit in den Händen ihrer jeweiligen Klubs. Die Super League wird Mitte Juli ihren Spielbetrieb aufnehmen, Olympia findet aber vom 25. Juli bis zum 11. August statt. Während dieser Phase werden zudem die ersten (Qualifikations-)Runden im Europacup ausgetragen und die Vereine der europäischen Top-Ligen befinden sich in der unmittelbaren Meisterschaftsvorbereitung.
Meisterschaft wird nicht verschoben
Die Schweizer Meisterschaft «wird nicht verschoben», bestätigte Edmond Isoz, Direktor der Swiss Football League. «Jeder einzelne Spieler muss selber eine Einigung mit dem Klub finden.» Das wird nicht nur für die in der Schweiz beschäftigten Spieler ein Problem sein, sondern auch für diejenigen in den anderen Ligen. Sie würden die Saisonvorbereitung verpassen und allenfalls ihren Stammplatz gefährden, befürchtet Isoz.
FCZ-Sportchef Fredy Bickel sagte gegenüber der Sonntags Zeitung , dass er in einen Gewissenskonflikt käme. «Wir müssten das Problem einvernehmlich mit jedem Spieler lösen. Wenn einer aber unbedingt bei Olympia dabei sein will, werde ich es ihm bestimmt nicht verbieten», so Bickel.
Neun Spieler zu alt
Eine weitere Regelung besagt, dass am olympischen Fussball-Turnier U23-Nationalmannschaften auflaufen müssen, wobei drei ältere Spieler die Teams verstärken dürfen. Von der U21-Nati, welcher die Schweiz die Qualifikation verdankt, sind gleich neun zu alt: Gaetano Berardi, Moreno Costanzo, Frank Feltscher, Kevin Fickentscher, Xavier Hochstrasser, Timm Klose, Fabian Lustenberger, Daniel Pavlovic und Yann Sommer.
Wer bildet das «Oldie»-Trio?
U21-Trainer Pierluigi Tami hat schon erklärt, dass seiner Meinung nach Goalie Sommer und Mittelfeld-Abräumer Lustenberger zwei der drei Plätze einnehmen sollen. Doch: Wird Tami überhaupt Trainer sein? Es wurde spekuliert, dass Ottmar Hitzfeld möglicher Olympia-Coach sein könnte.
Entschieden ist noch nichts, aber für SFV-Präsident Peter Gilliéron ist der Fall klar. «Es gibt keinen Grund, wieso Tami seine Rolle dort nicht spielen sollte. Er hat die Olympia-Qualifikation geschafft, er wird das Werk auch zu Ende bringen. Ich habe eine klare Meinung dazu», so Gilliéron. Wenigstens in dieser Frage gibt es eine klare Ansage.
(mos)
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